Radiologie up2date 2013; 13(02): 161-184
DOI: 10.1055/s-0032-1326575
Kopf/Hals-Radiologie
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

DVT in der Radiologie

Cone beam CT in Radiology
F. Dammann
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Publication Date:
23 May 2013 (online)

Zusammenfassung

Die digitale Volumentomografie (DVT) ist ein Röntgenschnittbildverfahren, das ein Bilderzeugungssystem mit Kegelstrahlgeometrie verwendet und den Bilddatensatz in einem einzigen Röhrenumlauf erzeugt. Hierin unterscheidet es sich von der CT. Bildcharakteristik und Expositionsdosis sind der CT dagegen ähnlich, variieren jedoch stark in Abhängigkeit vom DVT-Gerät und den gewählten Einstellungen. Zur klinischen Wertigkeit der DVT gibt es bislang kaum valide Daten. Dennoch findet die DVT in den letzten Jahren rasch zunehmende Verbreitung und Anwendung, vornehmlich in der dentalen und in der HNO-ärztlichen Fachdiagnostik. Die deshalb von der Europäischen Kommission kürzlich publizierten Leitlinien werden im folgenden Beitrag vorgestellt, ebenso die klinisch relevanten technischen Besonderheiten der DVT. Ein anschließender Überblick zur dentalen Diagnostik veranschaulicht die Anwendung der DVT mit Bildbeispielen.

Abstract

Cone beam computed tomography (CBCT) is a cross-sectional X-ray modality using an imaging system with cone-beam geometry. Unlike CT, the data set is aquired in a single circulation of a C-arm shaped tube-detector unit. Image characteristics vs. exposure dose ratio is similar to conventional CT, but varies widely depending on the CBVT device and the selected settings, and is limited to low dose/high noise applications. Up to now, only few data is available to estimate the clinical value of CBCT. Nevertheless, the use of CBCT is increasing drastically in the recent years, especially in the dental and ENT diagnostic field. For this reason the European Commission recently published guidelines concerning the clinical application of CBCT. These guidelines, as well as clinically relevant technical features of CBCT and examples of the most frequent dental applications are presented in the following article.

Kernaussagen
  • DVT und CT haben ein klinisch sehr ähnliches Leistungsspektrum. Beide profitieren bezüglich Expositionsdosis und damit verbundener Bildqualität von der indikationsabhängigen Optimierung der technischen Einstellungen. Diese Optimierung ist bei DVT-Geräten allerdings bislang nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Die derzeit verfügbaren DVT-Geräte weisen zudem erhebliche konstruktive Unterschiede mit Auswirkungen auf Bildqualität und Expositionsdosis auf.

  • In klinischer und organisatorischer Hinsicht gelten nach Maßgabe der aktuellen Europäischen Leitlinien und auch der deutschen Leitlinie für die DVT in allen Aspekten dieselben Regeln wie für die CT. Dies beinhaltet insbesondere den Strahlenschutz, die Indikationsstellung, die Durchführung und Befundung von Untersuchungen, ein etabliertes Programm zur Qualitätskontrolle und eine adäquate Aus- und Fortbildung aller beteiligten Fachkräfte.

  • Die Expositionsdosis der DVT unterscheidet sich zwischen den verfügbaren Geräten um den Faktor 10. Die Dosis beträgt ungefähr das 2 bis 7-Fache einer Panoramaaufnahme, andererseits weniger als bei einem Standard-CT. Die klinische Stärke der DVT liegt in der Darstellung kleiner Organe und Strukturen mit hohem Kontrast im Bereich des Gesichtsschädels und der Schädelbasis. Zur Weichteildiagnostik ist die DVT ungeeignet. Anwendungen außerhalb des Schädels (z. B. Handwurzel) sind bislang rein experimentell.

  • DVT-Untersuchungen sollten nach Maßgabe der Europäischen Leitlinie bevorzugt von Dental-Radiologen oder anderen Radiologen befundet werden. Zur Durchführung und Befundung von DVT-Untersuchungen ist eine spezielle Schulung und kontinuierliche Fortbildung unerlässlich. Radiologen, die in der Dentaldiagnostik tätig sind, sollten über Kenntnisse der Krankheitsbilder sowie auch der spezifischen Nomenklatur dieses Bereichs verfügen.

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