Rehabilitation (Stuttg) 2014; 53(04): 251-257
DOI: 10.1055/s-0033-1358389
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Beschäftigungsfähigkeit teilhabeorientiert sichern (Betsi): Ergebnisse der Einjahreskatamnese von Prävention­s­maßnahmen der Deutschen Rentenversicherung

Protect Employability: Effects of Prevention Programs Offered by the German Pension Scheme
J. Kittel
1  Institut für Rehabilitationsforschung, Norderney
2  Lehrstuhl für Rehabilitationswissenschaften, Fakultät für Gesundheit, Universität Witten/Herdecke
,
S. M. Fröhlich
1  Institut für Rehabilitationsforschung, Norderney
3  Klinik Münsterland, Bad Rothenfelde
,
P. Heilmeyer
4  Reha-Klinik Überruh, Isny
,
D. Olbrich
5  Reha-Zentrum Bad Salzuflen
,
M. Karoff
1  Institut für Rehabilitationsforschung, Norderney
2  Lehrstuhl für Rehabilitationswissenschaften, Fakultät für Gesundheit, Universität Witten/Herdecke
6  Klinik Königsfeld, Ennepetal
,
B. Greitemann
1  Institut für Rehabilitationsforschung, Norderney
3  Klinik Münsterland, Bad Rothenfelde
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
07. Januar 2014 (online)

Zusammenfassung

Zur Überprüfung der Durchführbarkeit und Effektivität präventiver Maßnahmen nach §31 SGB IV wurden an 4 Rehabilitationskliniken Modellprojekte durchgeführt. Die Präventionsprogramme wurden in Kooperation mit der Deutschen Rentenversicherung, Klinikern und Rehabilitationsforschern konzipiert. Einschlusskriterien waren Risikofaktoren wie Bewegungsmangel, Übergewicht, Rückenschmerzen oder Stress. In einer prospektiven Studie erfolgten an 249 Teilnehmern zu 5 Messzeitpunkten Erhebungen u. a. mit den standardisierten Fragebogen IRES, SPE und AVEM. Die Ergebnisse belegen, dass die berufsbegleitenden Präventionsleistungen erfolgreich in die bestehenden Strukturen von Rehabilitationskliniken implementiert werden können. Die Teilnahme geht mit einer über den Erhebungszeitraum stabilen Reduktion von Risikofaktoren einher: Aufbau von körperlicher Aktivität, Stressbewältigung, Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion. Die Effekte einer gesünderen Lebensweise spiegeln sich in einer Steigerung des Gesundheitszustandes wieder und wirken sich ebenfalls günstig auf den beruflichen Bereich aus. Der durchschnittliche Anteil an Teilnehmern, die sich zutrauen, bis zur altersbedingten Berentung im Erwerbsleben verbleiben zu können, konnte von 47% auf 74% signifikant (p<0,001) gesteigert werden. Arbeitsbezogene Risikoverhaltensweisen wie Selbstüberforderung konnten reduziert und Strategien, um sich rechtzeitig zu schützen, konnten entwickelt werden.

Abstract

A pilot study was carried out in 4 medical rehabilitation centers to examine the practicability and effectiveness of preventive life-style interventions for employees with risk factors. The programs were developed in cooperation with the German pension scheme and employers. Selection criteria were risk factors as lack of physical activity, overweight, dorsal pain or job strain. The results demonstrate that preventive programs, which are conducted in addition to the normal working hours on the job, can be implemented successfully in rehabilitation units. The participation in the multimodal prevention program goes along with a stable reduction of risky health behavior: increased physical activity, stress coping, dietary change und weight reduction. The healthier life-style is reflected in an enhanced state of health and has also positive impact on the occupational field scale: The percentage of employees who believed to be able to work until their old-age pension, could be increased significantly (p<0.001) from 47% to 74%. Work-related risk behaviors like excessive demands on oneself were reduced and protective strategies were ­developed.

Ergänzendes Material