Gastroenterologie up2date 2013; 9(04): 232-236
DOI: 10.1055/s-0033-1359105
Klinisch-pathologische Konferenz
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Koinzidenz eines Morbus Whipple und einer Lambliasis

Tiemo Katzenberger1
,
Regina Trautmann2
,
Hardi Lührs3
,
Oliver Tabarelli2
,
Matthias Eck1
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Publication History

Publication Date:
19 December 2013 (online)

Einleitung

Die Differenzialdiagnose der „chronischen Enteritis“ mit dem Leitsymptom einer länger als 4 Wochen persistierenden Diarrhö umfasst ein breites Spektrum infektiöser und nicht infektiöser Ursachen. Deren weitere Abklärung stellt eine große diagnostische Herausforderung dar, die oft nur durch eine interdisziplinäre Kooperation zwischen Klinik, Mikrobiologie und Pathologie zu bewältigen ist. Für die korrekte Diagnosestellung ist eine Korrelation des klinischen Bildes, der endoskopischen Veränderungen und der Laborparameter mit dem histopathologischen Befund unabdingbar. Dabei spielen Infektionen durch Mikroorganismen im Gegensatz zu den in der Regel selbstlimitierenden Enteritiden eine geringere Rolle und werden deswegen – häufig mit fatalen Folgen für die Patienten – außer Acht gelassen. Im Folgenden stellen wir den seltenen Fall einer simultanen Infektion mit dem Bakterium Tropheryma whipplei und dem Protozoon Giardia lamblia vor.

Epidemiologie. Mit einer jährlichen Inzidenzrate von 0,4 Neuerkrankungen pro 1 000 000 Einwohner ist der Morbus Whipple als bakterielle, multisystemische, chronische Infektionskrankheit in Deutschland sehr selten. Die chronische Diarrhö ist neben Abdominalschmerzen, Gewichtsverlust und Arthralgien eines der Leitsymptome des Morbus Whipple [1] [2]. Die Infektion mit dem Protozoon Giardia lamblia zählt weltweit zu den häufigsten parasitären Infektionserkrankungen und wird in den Industrieländern in bis zu 5 % der Stuhlproben von Patienten mit chronischer Diarrhö nachgewiesen [3].

1 Institut für Pathologie, Klinikum Aschaffenburg


2 Innere Abteilung, Kreiskrankenhaus Alzenau-Wasserlos


3 Gemeinschaftspraxis für Gastroenterologie und Innere Medizin, Aschaffenburg