Zusammenfassung
Aufmerksamkeitsstörungen treten nach Hirnschädigungen häufig auf. Dabei stehen die
allgemeine Verlangsamung der Reaktionsgeschwindigkeit, eine erhöhte Ablenkbarkeit
durch irrelevante Reize sowie schnelle Ermüdbarkeit im Vordergrund. Als Praxisstandard
hat sich die Kombination von Funktionstherapie, die auf eine Restitution der gestörten
kognitiven Funktionen abzielt, mit psychosozialen Unterstützungsmaßnahmen etabliert.
Funktionstherapie besteht in einem gezielten, meist computergestützten Training einzelner
Aufmerksamkeitskomponenten (z. B. Wachsamkeit, geteilte Aufmerksamkeit, Daueraufmerksamkeit).
Beim Strategietraining werden Wege vermittelt, wie mit den vorhandenen Fähigkeiten
die kognitiven Anforderungen erfolgreich bewältigt werden können. Psychosoziale Unterstützung
umfasst einerseits die Behandlung emotionaler Probleme, die häufig nach einer Hirnverletzung
auftreten, andererseits können Veränderungen in der Umwelt vorgenommen werden, die
Arbeitsgedächtnisanforderungen reduzieren und so die bessere Nutzung der kognitiven
Ressourcen der Patienten ermöglichen.
Abstract
Attentional problems are common after traumatic brain injury (TBI). A general slowing
of responses, an enhanced susceptibility to irrelevant stimuli and increased fatigue
are core symptoms of attentional problems. Remediation of attention deficits after
TBI should include direct attention training and metacognitive training to promote
the development of compensatory strategies and foster generalisation to real world
tasks. The treatment should be clinician-guided. Furthermore, psychosocial and psychotherapeutic
support has been proven effective, especially for patients with affective problems
that are often part of the sequelae of symptoms after TBI.
Schlüsselwörter
neuropsychologische Therapie - Aufmerksamkeitsstörungen - Hirnschädigungen
Key words
neuropsychological rehabilitation - deficits of attention - traumatic brain injury