Inf Orthod Kieferorthop 2014; 46(04): 241-253
DOI: 10.1055/s-0034-1395599
Übersichtsartikel
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Myofunktionelle Therapie (MFT) im Spannungsfeld von Kieferorthopädie und Logopädie – Möglichkeiten der Zusammenarbeit

Myofunctional Therapy (MFT) Caught between Orthodontics and Logopedics – Possibilities of CollaborationM. Furtenbach1
  • 1Logopädin und zertifizierte Myofunktionstherapeutin in freier Praxis, Innsbruck, Österreich
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Publication Date:
07 January 2015 (online)

Zusammenfassung

Das gemeinsame Ziel der Kieferorthopädie und der Logopädie ist nicht nur eine effiziente Prävention von Orofazialen Dysfunktionen und Zahn- und Kieferfehlstellungen (siehe IOK 4/2013), sondern auch eine effiziente Therapie. Dieser Beitrag befasst sich mit der Zusammenarbeit dieser beiden Disziplinen.

Ich beschreibe die offene Mundhaltung und ihre Therapie, wie sie in Band II von MFT kompakt-Diagnostik und Therapie dargestellt wird. Mögliche Grenzen der MFT durch morphologische und funktionelle Besonderheiten, die Rezidive verursachen können, werden aufgezeigt.

Es wird die grundsätzliche Frage gestellt, ob es Aufgabe von Kieferorthopäden sein kann, Schnuller zu empfehlen.

Ein praktisches Ergebnis interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Kieferorthopädie Innsbruck ist die Erarbeitung von Kommunikationsbögen und ein gemeinsam mit einem HNO-Arzt entwickelter logopädischer Befundbericht für das „Frenulum breve“, die im Laufe dieses Artikels vorgestellt werden.

Abstract

The common aim of orthodontics and logopedics is not only efficient prevention (see IOK 4/2013) but also effective therapy. This article deals with the collaboration of these 2 disciplines.

It describes our approach to the assessment of the open-mouth posture and our therapeutic procedures as we outlined them in Vol. II of MFT kompakt – Diagnostik und Therapie. The article demonstrates possible limitations of MFT as well as morphological and functional features which could cause a relapse.

It also poses the fundamental question, should the recommendation of pacifiers lie within the remit of orthodontics?

A practical result for such an interdisciplinary collaboration has been achieved by the Innsbruck University Clinic for Orthodontics in formulating protocols for communication and furthermore, with an otolaryngologist, developing specific guidelines for the logopedic assessment of the frenulum breve.

* Kommentar: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird auf eine geschlechterspezifische Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für beide Geschlechter.