XX 2014; 3(5): 258-259
DOI: 10.1055/s-0034-1396772
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Brustkrebs – Höheres Risiko mit zunehmender Kleidergröße

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Publication Date:
19 January 2015 (online)

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Ein hoher Body-Mass-Index (BMI) ist Studien zufolge mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden. Eine Veränderung des Körperfettgehalts lässt sich relativ leicht anhand der Konfektionsgröße feststellen. Britische Forscher konnten jetzt zeigen: Mit Zunahme der Kleidergröße steigt möglicherweise das Brustkrebsrisiko.

Teilnehmende Frauen der Studie “United Kingdom Collaborative Trial of Ovarian Cancer Screening“ (UKCTOCS) von Evangelia-Ourania Fourkala und Kollegen des University College London füllten verschiedene Fragebögen aus; hier mussten u. a. Größe, Gewicht und Kleidergröße angegeben werden. Daraus errechneten die Wissenschaftler den BMI. Außerdem mussten Teilnehmerinnen spezielle Fragen zur Konfektionsgröße beantworten: „Was war Ihre Kleidergröße, als Sie 20–30 Jahre alt waren? Welche Kleidergröße tragen Sie jetzt?“

Es gab 13 Antwortmöglichkeiten, in denen die Konfektionsgrößen 6–30 berücksichtigt wurden. Wichtig war den Autoren die Veränderung in einem Zeitraum von 10 Jahren. Die Zunahme der Kleidergröße um eine Einheit bedeutete einen Anstieg um zwei Zahlenwerte, z. B. von Größe 10 auf 12. Ungerade Zahlen kommen in den britischen Kleidergrößen nicht vor.

Zwischen 2005 und 2010 haben 92 834 Studienteilnehmerinnen den Eingangsfragebogen vervollständigt. 19,6 % von ihnen hatten einen Universitätsabschluss. Die meisten stammten nicht aus benachteiligten Schichten.

Im Laufe des Nachuntersuchungszeitraums von durchschnittlich 3,19 Jahren erkrankten 1090 Frauen an Brustkrebs, sodass das absolute Risiko 1,2 % (1090 / 92 834) betrug. 75 % der betroffenen Frauen waren über 60 Jahre alt und zuvor nicht an Brustkrebs erkrankt.

Die meisten Frauen waren übergewichtig, mit einem durchschnittlichen BMI von 25,598 zu Studienbeginn. Mit 25 Jahren hatte der Großteil der Teilnehmerinnen eine Kleidergröße von 12. Zum Zeitpunkt der initialen Befragung lag diese bei 14. Die mittlere Veränderung der Kleidergröße betrug durchschnittlich 0,287 in 10 Jahren, was einer Zunahme um eine Einheit in fast 35 Jahren entspricht.

Je Vergrößerung um eine Einheit erhöhte sich das Brustkrebsrisiko um 33 % (HR = 1,33, 95 % CI = 1,21–1,579). Die Autoren schätzen, dass während eines 5 Jahreszeitraums das absolute Brustkrebsrisiko bei postmenopausalen Frauen von 1 : 61 auf 1 : 51 ansteigt, wenn die Kleidergröße um eine Einheit innerhalb von 10 Jahren zunimmt. Verkleinerte sich die Konfektionsgröße, reduzierte sich auch das Brustkrebsrisiko. Allerdings benötigten 76 % der Teilnehmerinnen dieser Studie größere Bekleidung. Die Konfektionsgröße im Alter von 25 Jahren war übrigens nicht mit dem Brustkrebsrisiko assoziiert. XX

Fazit

Fourkala und Kollegen haben herausgefunden, dass das Brustkrebsrisiko mit einer Zunahme der Kleidergröße um eine britische Größeneinheit innerhalb von 10 Jahren um 33 % steigt. Die Ergebnisse könnten helfen, das Brustkrebsrisiko abzuschätzen.

Dr. Dunja Voos, Pulheim

Quelle: Fourkala EO, Burnell M, Cox C et al. Association of skirt size and postmenopausal breast cancer risk in older women: a cohort study within the UK Collaborative Trial of Ovarian Cancer Screening (UKCTOCS). BMJ Open 2014; 4: e005400