Endo heute 2015; 28(02): 123-124
DOI: 10.1055/s-0035-1554027
Editorial
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Editorial

EditorialH. J. Schulz
  • Sana Klinikum Lichtenberg, Klinik für Innere Medizin I, Berlin
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Publication Date:
07 December 2015 (online)

Die Deutsche Gesellschaft für Endoskopie (DGE) wurde 1967 von Ludwig Demling, Inhaber des Lehrstuhls für Innere Medizin und Direktor der Medizinischen Universitätsklinik Erlangen, gegründet. Demling, außerdem Mitbegründer und Herausgeber der „Endoscopy“, machte Erlangen zu dem „Mekka“ der modernen Endoskopie; er prägte als Gastroenterologe die Gesellschaft, die sich gleichwohl mehr und mehr interdisziplinär entwickelte. 1985 gab sich die Gesellschaft unter dem seinerzeitigen Präsidenten Paul Hermanek, Leiter der Abteilung für klinische Pathologie in der Chirurgischen Klinik Erlangen, ihren heutigen Namen, „Deutsche Gesellschaft für Endoskopie und Bildgebende Verfahren e. V.“ (DGE-BV).

Demlings Schüler Rudolf Ottenjann, der bei der Gründung der „Endoscopy“ und in deren Board mitgewirkt hatte, gründete mit dem Demeter Verlag im Jahr 1988 die „Endoskopie heute“. Auch Ottenjann, Chefarzt der 1. Medizinischen Abteilung des seinerzeit neu gebauten Krankenhauses München-Neuperlach, erwarb seine Verdienste als Forscher in der Gastroenterologie. Gleichwohl unterstützte er – gemeinsam mit Wolfgang Schmitt, seinem späteren Nachfolger in Neuperlach – den interdisziplinären Ansatz der DGE-BV nach Kräften und verfolgte ihn in der Zeitschrift. Die vierteljährlich erscheinenden orangefarbenen Hefte im DIN A 5-Format versorgten die Mitglieder der Gesellschaft und interessierte Abonnenten mit Originalarbeiten, Übersichten und Kommentaren zu aktuellen endoskopischen Themen – nicht nur in der Gastroenterologie, sondern auch in anderen Gebieten wie der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Pulmologie, Gynäkologie, Urologie und Neurochirurgie. Auch die Pathologie und die Labormedizin wurden einbezogen. Und mehr noch, als „Forum bildgebender Verfahren“ widmeten sie sich neben endoskopischen auch anderen bildgebenden Techniken und ihrem fachübergreifenden Einsatz.

Bereits damals enthielt die im traditionellen Kongressmonat März erscheinende Ausgabe die Autorenreferate und Poster des Jahreskongresses der DGE-BV. Die Zeitschrift wurde inner- und außerhalb der Gesellschaft als wichtiges Forum für die aktuellen Entwicklungen im Fach wahrgenommen. Ansonsten aber unterschied sich das Organ deutlich von der späteren Gestalt: Das Format war handlich, die Zahl der für die Endoskopie/Bildgebung wichtigen farbigen Abbildungen musste aus Kostengründen begrenzt werden.

Nach 10 Jahren sehr engagierter und erfolgreicher Tätigkeit übergaben Rudolf Ottenjann und der Verlag im Jahr 1999 die Schriftleitung an Hans-Joachim Schulz, Direktor der Klinik für Innere Medizin des Krankenhauses Lichtenberg, Berlin.

Die Zeitschriften- und Kongressaktivitäten des Demeter Verlags gehörten seit 1998 dem Thieme Verlag, der die Demeter-„Zeitschrift für Gastroenterologie“ und die „Endoskopie heute“ zunächst unter dem alten Verlagsnamen weiterführte. Unter der neuen Ägide wurde „Endoskopie heute“ modernisiert – insbesondere mit dem größeren, üblichen Zeitschriftenformat, um sie gemeinsam mit der neuen Schriftleitung für Autoren und Leser attraktiv zu halten. Die Publikationsfreudigkeit der DGE-BV-Mitglieder und die Mitwirkung von Fachgebieten außerhalb der Viszeralmedizin hatten nachgelassen; es galt, bei Wahrung der inhaltlichen Kontinuität neue Akzente zu setzen.

2002 entschied sich Thieme, die „Zeitschrift für Gastroenterologie“ ebenso wie die „Endoskopie heute“ im Kernverlag unter „Blau-blau-weiß“ erscheinen zu lassen. Ziel war es, ihr Profil als wissenschaftliche Zeitschriften zu schärfen, und – bezogen auf die „Endoskopie heute“ – die Positionierung der endoskopischen Titel zu verdeutlichen. Die „Endoskopie heute“ sollte zur wichtigsten deutschsprachigen Endoskopiezeitschrift entwickelt werden, in klarer Positionierung neben der „Endoscopy“ mit ihrer internationalen Ausrichtung und Anerkennung einerseits und der „Endopraxis“ mit der Zielgruppe Assistenzpersonal.

Die "Endoskopie heute" erhielt nicht nur ein attraktives Layout, sondern eine moderne Ausstattung mit bemerkenswerter Verbesserung der Abbildungsqualität, und einer zeitgemäßen Online-Präsenz, die den individuellen wie auch den institutionellen Abonnenten Zugang zu den Volltexten der Zeitschrift bot. Auch inhaltlich sollte die Zeitschrift weiter entwickelt werden: Typisch wurden Themenhefte und Schwerpunktsetzungen, regelmäßige Endoquiz- und Sono-/Endosonoquizbeiträge, Leserbriefe, Mitteilungen, die Rubrik „Begutachtung und Schlichtung“ sowie die Publikation von Leitlinien und Empfehlungen der Europäischen Gesellschaft für Endoskopie (ESGE). Nachrichten und Newsletter der DGE-BV ergänzten die übliche Struktur einer medizinisch-wissenschaftlichen Zeitschrift mit ihren Editorials, Übersichten, Originalarbeiten, wissenschaftlichen Kurzmitteilungen, Kasuistiken etc.

Jährliche Herausgebersitzungen begleiteten und steuerten die positive Entwicklung. Der Wunsch vieler junger Wissenschaftler, eine Aufnahme in PUBMED zu erreichen, konnte nicht erfüllt werden; dennoch zeigt der Rückblick auf die zurückliegenden Jahrgänge, dass die Zeitschrift eine hohe Akzeptanz genoss. Die Nutzungsstatistiken, die dem Herausgebergremium vom Verlag jährlich vorgelegt wurden, zeigten, wie lebhaft die Zeitschrift elektronisch genutzt und geschätzt wurde.

Ich möchte mich – nach 16 Jahren der Tätigkeit als verantwortlicher Herausgeber – von dieser erfolgreichen Zeitschrift nicht verabschieden ohne herzlich zu danken: den Autoren für Ihre Mühe beim Verfassen der Beiträge, den Herausgebern und dem wissenschaftlichen Beirat für die Unterstützung und kritische Begleitung. Insbesondere danke ich Jürgen Riemann und Wolfgang Rösch, den Führungsgremien der DGE-BV und COCS für die gute Zusammenarbeit und für die Anerkennung des Geleisteten. Dem Thieme-Verlag, insbesondere Herrn Dr. Hartmut Kuhlmann und Frau Susanne Härle danke ich für die vertrauensvolle und sehr engagierte Zusammenarbeit. Nicht zuletzt danke ich den Lesern für Ihr Interesse an der „Endoskopie heute“, für Kritik und ermutigende Reaktionen. Die Zukunft wird über den Stellenwert gedruckter Zeitschriften entscheiden.

Dem Nachfolgeorgan „endoscopy campus“ wünsche ich weiterhin viel Erfolg.

Prof. Dr. Hans-Joachim Schulz

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Prof. Dr. Hans-Joachim Schulz

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