Drug Res (Stuttg) 2015; 65(S 01): S1
DOI: 10.1055/s-0035-1558110
Editorial
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Therapie muskuloskelettaler Erkrankungen – Stand und Perspektiven

Gerd-Rüdiger Burmester
1  Charité Universitätsmedizin Berlin
,
Stefan Endres
2  Ludwig-Maximilians-Universität München
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Publication Date:
04 November 2015 (online)

In Deutschland sind rund 30 Mio. Menschen von muskuloskelettalen Erkrankungen betroffen. Dazu gehören insbesondere entzündlich-rheumatische Erkrankungen, Arthrose und Osteoporose sowie Rückenschmerzen. In einer Gesellschaft des immer längeren Lebens und aufgrund des bewegungsarmen Lebensstils ist mit einer weiteren Zunahme dieser Erkrankungen zu rechnen: Neben direkten Folgen wie chronischen Schmerzen, Funktionseinschränkungen und damit Verlust an Lebensqualität haben diese Krankheiten auch erhebliche volkswirtschaftliche Konsequenzen, da sie zu den häufigsten Anlässen für Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung zählen. Darüber hinaus sind insbesondere bei den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, bei denen autoimmunologische und autoinflammatorische Aspekte eine entscheidende Rolle spielen, wichtige diagnostische und therapeutische Fortschritte gemacht worden.

Grund genug, den Stand und die Perspektiven der Therapie muskuloskelettaler Erkrankungen umfassend zu beleuchten! In einigen Bereichen hat es zudem in den letzten Jahren Fortschritte in der molekularen Aufklärung der zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen gegeben. So werden u. a. Erfolge und Herausforderungen bei Rheumatoider Arthritis und Spondyloarthritiden sowie neue Perspektiven für Arthrose- und Osteoporose-Therapie vorgestellt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf neuen pathogenetischen Konzepten, auf deren Basis sich weitere Therapiemöglichkeiten u. a. bei der Sarkopenie und bei Myositiden eröffnen könnten.

Schließlich wird es auch darum gehen, wie die Rheumatologie neue Erkenntnisse und Behandlungsmöglichkeiten aus der Onkologie für ihr Gebiet nutzen kann, und welche Fortschritte es bei Muskeldystrophien gibt.

Dem Zweck der Paul-Martini-Stiftung entsprechend sollen bei diesem Symposium etablierte Therapien sowie Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich der akademischen Forschung und der Industrie präsentiert und von den Teilnehmern aus Wissenschaft und Industrie, aber auch aus anderen Bereichen des Gesundheitswesens diskutiert werden.

Gerd-Rüdiger Burmester
Charité Universitätsmedizin Berlin

Stefan Endres
Ludwig-Maximilians-Universität München