Pneumologie 2017; 71(S 01): S1-S125
DOI: 10.1055/s-0037-1598458
Posterbegehung – Sektion Pneumologische Onkologie
Lungenkarzinom II – Jens Kollmeier/Berlin, Andreas Gröschel/Aachen
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Wann ist ein Patien alt? Einfluss auf die Behandlungsergebnisse des Lungenkarzinoms im Stadium IV

K Kambartel
1  Lungenzentrum, Pneumologie, Krankenhaus Bethanien Moers
,
J Eggert
2  Onkologische Praxis Moers
,
P Liebisch
2  Onkologische Praxis Moers
,
H Klages
3  Strahlentherapie Duisburg-Moers
,
A Yildirim
1  Lungenzentrum, Pneumologie, Krankenhaus Bethanien Moers
,
ML Mlynek-Kersjes
4  Institut für Pathologie Moers
,
U Kopeika
1  Lungenzentrum, Pneumologie, Krankenhaus Bethanien Moers
,
F Lücker
3  Strahlentherapie Duisburg-Moers
,
C Rösel
5  Thoraxchirurgie, Krankenhaus Bethanien Moers
,
T Schweretfeger
3  Strahlentherapie Duisburg-Moers
,
T Krbek
5  Thoraxchirurgie, Krankenhaus Bethanien Moers
,
T Voshaar
1  Lungenzentrum, Pneumologie, Krankenhaus Bethanien Moers
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Publication History

Publication Date:
23 February 2017 (online)

 

Die Definition des „älteren Patienten“ in Studien zum Lungenkarzinom ist uneinheitlich. Ziel dieser Analyse ist zu untersuchen, ob und wenn ab welchem Alter ein Einfluss auf die Behandlungsergebnisse und Behandlungsmodalitäten festzustellen ist.

Datengrundlage sind 737 Primärfälle im Stadium IV eines Lungenkrebszentrums seit 2008.

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Verglichen mit der Gruppe der unter 65-jährigen findet sich in den Altersgruppen 65 – 69 Jahre und 70 – 74 Jahre kein signifikanter Unterschied im Überleben. Die Altersgruppen 75 – 79 Jahre und 80 Jahre und älter zeigt hingegen ein signifikant schlechteres Überleben. Diese Ergebnisse bestätigen sich auch in der Milestone-Analyse bei der 90 d-Mortalität und beim 1-Jahres-Überleben.

Gruppe

n

BSC %

Kombi-

CTx

2nd-line-

CTx

90 d-

Mortalität

1J-ÜLZ

alle

1J-ÜLZ mit 2nd-line

65 und jünger

273

6,2%

96,5%

51,1%

75,1%

35,0%

51,9%

65 – 69

127

11,0%

94,2%

41,7%

77,2%

34,0%

52,6%

70 – 74

142

11,3%

79,6%

43,5%

69,0%

31,1%

52,3%

75 – 79

103

27,2%

71,7%

35,0%

55,3%

23,1%

47,6%

80+

92

40,2%

31,6%

28,9%

50,0%

18,2%

48,5%

Als Ursächlich für die schlechtere Prognose ab dem 75. Lebensjahr ist eine geringere Therapiefähigkeit anzunehmen. So findet sich in dieser Gruppe ein relevant größerer Anteil mit „nur“ best supportive care, Mono-Chemotherapie und fehlender 2nd-line-Therapie. In der Subgruppe von Patienten, die eine 2nd-line-Therapie erhalten hat, unterscheidet sich das Überleben nicht.

Die Analyse zeigt, dass die Gruppe der „älteren“ Patienten bei 75 Jahren anfängt. Gerade für diese Patienten benötigen wir unbedingt Studien und Therapieoptionen mit geringerer Toxizität, da sie für eine Kombinationschemotherapie nicht oder nur begrenzt in Frage kommen. Insbesondere neue Substanzen, wie z.B. die Checkpointinhibitoren bieten hier Potential, sind aber grade in dieser Altersgruppe bisher nicht untersucht.