Tierarztl Prax Ausg K Kleintiere Heimtiere 2014; 42(05): 321-325
DOI: 10.1055/s-0038-1623782
Kasuistik
Schattauer GmbH

Ileus hervorgerufen durch Granulationsgewebe mit eingeschlossenen Haarschäften im Dünndarm einer Katze

Ein FallberichtIleus provoked by hairfollicles in form of a foreign body granuloma in the small intestine of a catA case report
A. Töpfer
1   Kleintierklinik in Ludwigsburg-Oßweil
,
M. Schneider-Haiss
1   Kleintierklinik in Ludwigsburg-Oßweil
,
M. Goldhammer
1   Kleintierklinik in Ludwigsburg-Oßweil
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Publication History

Eingegangen: 20 March 2014

Akzeptiert nach Revision: 22 June 2014

Publication Date:
08 January 2018 (online)

Zusammenfassung

Vomitus und Inappetenz stellen bei Katzen jeden Alters einen häufigen Vorstellungsgrund in der Praxis dar. Ergibt sich der Verdacht auf einen Ileus, ist vor allem bei älteren Tieren eine Neoplasie als Differenzialdiagnose in Betracht zu ziehen. Aufgrund der anfallenden Kosten für Diagnostik und Behandlung sowie einer vorsichtigen Prognose entscheiden sich Besitzer oftmals für eine Euthanasie des Tieres ohne Verifizierung der bestehenden Verdachtsdiagnose. Beim vorgestellten Kater entstand der Ileus durch die Bildung von Granulationsgewebe mit eingeschlossenen Haarschäften in der Darmwand, das sich durch eine Enterektomie problemlos entfernen ließ. Bis jetzt ist kein gleichartiger Fall dokumentiert. Dieser Fall zeigt, dass nicht bei jedem älteren Tier mit begründetem Verdacht auf eine neoplastische Veränderung eine solche vorliegen muss. Eine weiterführende Diagnostik ist stets eine wichtige Maßnahme zur Prognosestellung für das Tier.

Summary

Vomitus and anorexia is a frequent reason for presentation of cats at any age at the veterinarian. When an underlying ileus is suspected the risk of a neoplasia is considered to be high, especially in older patients. Due to high cost for diagnostics and treatment and a guarded prognosis owners frequently opt for euthanasia of those animals without verification of the tentative diagnosis. In this cat the ileus was caused by hairfollicles in form of a foreign body granuloma in the intestinal mucosa, which could be removed without difficulty by an enterectomy. So far no similar case report has been documented. This case demonstrates that in spite of a justified suspicion of a neoplasia in an elder animal this will not necessarily be verified by histopathological examination. Further diagnostic measures should always be performed to establish a prognosis for the patient.