Nervenheilkunde 2011; 30(09): 707-712
DOI: 10.1055/s-0038-1628415
Originalarbeit
Schattauer GmbH

Gewichtsveränderungen unter Therapie mit Valproinsäure und Komedikation bei bipolarer Störung

Artikel in mehreren Sprachen: deutsch | English
L. Hermle
1  Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Christophsbad Göppingen
,
M. Simon
1  Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Christophsbad Göppingen
,
K. Mey
1  Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Christophsbad Göppingen
,
W. Hewer
2  Klinik für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie, Vizenz von Paul Hospital, Rottweil am Neckar
,
T. Fett-Hamperl
1  Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Christophsbad Göppingen
› Institutsangaben
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

eingegangen am: 07. März 2011

angenommen am: 04. Mai 2011

Publikationsdatum:
23. Januar 2018 (online)

Zusammenfassung

Anliegen: Zielkriterium der Studie ist die prospektive Gewichtsentwicklung hinsichtlich verschiedener Risikoparameter des metabolischen Syndroms bei Patienten mit bipolaren Spektrumserkrankungen unter Ersttherapie mit Valproat in Kombination mit definierten anderen Psychopharmaka. Patienten und Methode: Über die Dauer von neun Monaten wurde der Body-Mass-Index (BMI), Waist-Hip-Ratio (WHR), prozentuale Fettanteil und Leptinspiegel bei 14 Patienten untersucht. Ergebnisse: Es fand sich beim im Fettgewebe produzierten Leptin eine statistisch signifikante Korrelation mit dem BMI, WHR und dem prozentualen Fettanteils. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass beiden 14 bipolaren Patienten unter Ersttherapie mit Valproat über die Dauer von neun Monaten kei-ne signifikante Gewichtszunahme feststellbar war. Es fand sich kein Zusammenhang zwischen der Valproatmedikation und den untersuchten Gewichtsparametern. Bei den Patienten lag bereits unter Baseline eine stammbetonte Adipositas mit erhöhtem BMI und WHR vor. Die vorliegende Untersuchung liefert Hinweise, dass bei Patienten mit langjähriger bipolarer Erkrankung eine erhöhte Prävalenz der mit dem metabolischen Syndrom assoziierten abdominellen Adipositas vorliegt. Weitere kon-trollierte Studien sind erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen.