Kinder- und Jugendmedizin 2012; 12(03): 147-154
DOI: 10.1055/s-0038-1629192
Säuglinge
Schattauer GmbH

Dystrophie im Säuglingsalter

Moderne Diagnostik und TherapieFailure to thrive in infantsModern diagnostics and therapy
G. Flemming
1   Universitätsklinikum Leipzig, Department für Frauen- und Kindermedizin, Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche
,
F. Schlensog-Schuster
1   Universitätsklinikum Leipzig, Department für Frauen- und Kindermedizin, Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche
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Publication History

Eingereicht am:29 February 2012

angenommen am:06 March 2012

Publication Date:
31 January 2018 (online)

Zusammenfassung

Auch in den entwickelten Ländern stellt die Dystrophie im Säuglingsalter ein häufiges Problem im klinischen Alltag dar. Charakteristische Merkmale sind unter anderem eine mangelnde Gewichtsentwicklung. Dystrophie ist ein deskriptiver Begriff, der eine unzureichende Nahrungsversorgung des Säuglings beschreibt. Dies ist unabhängig davon, ob es sich um ein mangelndes Nahrungsangebot, eine Verwertungsstörung der Nährstoffe oder eine mangelnde emotionale Fürsorge der primären Bezugsperson handelt. Die Gefahren einer unbehandelten Dystrophie sind Einschränkungen der physiologischen, motorischen, neurologischen aber auch der psychischen Entwicklung. Daher sollte eine mögliche Dystrophie schnell erkannt werden, das Ausmaß abgeschätzt und eventuelle Grunderkrankungen ausgeschlossen werden. Zudem kann neben der Therapie einer eventuellen Grunderkrankung eine Ernährungstherapie durchgeführt werden. Eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Kinder-ärzten, -psychologen/-psychiatern, Hebammen/Stillschwestern und Ernährungstherapeuten sorgt für eine schnelle diagnostische Abklärung und eine optimale Betreuung der Familie und Therapie des Säuglings und ist somit oft unerlässlich.

Summary

Failure to thrive in infants is also in developed countries a common problem in everyday clinical practice. Failure to thrive is among others characterized by a loss in weight gain. Failure to thrive is not a diagnosis, it is a description for an inadequate nutrional supply in infants, and this is independent of a lack of food, a nutritional utilization deficiency or a poor emotional care by the primary person of reference. The risks of an untreated failure to thrive are disorders in the physiological, motoric, neurological as well as the psychological development. That’s why a possible failure to thrive should be timely recognized, extent assessed and a possible underlying disease excluded. The proper treatment of failure to thrive in infancy consists of treatment of the possible underlying illness, combined with nutritional treatment. An optimal care and therapy for the whole family and the infant requires often an interdisciplinary cooperation of paediatricans, child psychologist/ psychiatrist, midwife and nutrion therapist