CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S149
DOI: 10.1055/s-0038-1640227
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Sprachverstehen bei Patienten mit Bogengangsaplasie nach CI-Versorgung

A Ahmed
1  Medizinsche Hochschule Hannover-HNO Klinik, Hannover
,
A Lesinski-Schiedat
2  Medizinsche Hochschule Hannover, Hannover
,
A Giourgas
2  Medizinsche Hochschule Hannover, Hannover
,
A Giesemann
2  Medizinsche Hochschule Hannover, Hannover
,
T Lenarz
2  Medizinsche Hochschule Hannover, Hannover
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Aufgrund der Elektrodenentwicklung und der chirurgischen Erfahrung steht das CI auch Patienten mit Innenohrdysplasie zur Verfügung. Allerdings müssen bei den Erwartungen an das Sprachverstehen eventuell Abstriche gemacht werden. In der vorliegenden retrospektiven Studie werden alle Patienten untersucht, die bei Bogengangsaplasie eine CI Versorgung erhielten.

Methode und Material:

Es wurden 22 Patienten, die sich mit einer Bogengangsaplasie vorstellten und implantiert wurden retrospektiv untersucht. 89% der Patienten sind von einem CHARGE Syndrom betroffen und führen in ihrem Krankheitsbild somit auch eine geistige Behinderung. Es wurden sowohl die radiologischen Daten prä- und postoperativ und die audiologischen Daten gesammelt und untersucht. Die Sprachtestdaten wurden subsummiert und nach der CAP-Skala bewertet.

Ergebnisse:

Die überwiegende Zahl an Patienten konnte erfolgreich mit einer geraden Elektrode (Nucleus Straight Elektrode) versorgt werden. Alle Patienten haben ein Hörvermögen entwickelt, das in den CAP Klassen 1 – 6 liegt. Nicht in jedem Fall ist die Performance mit der Anatomie der Cochlea und der relativen Lage der Elektrode zur potentiellen Nervenlage zu erklären. Es liegt sich ein große Streuung der Ergebnisse.

Schlussfolgerung:

Grundsätzlich ist eine CI Versorgung bei Patienten mit Charge Syndrom und Bogengangsaplasie zu empfehlen. Die akustische Wahrnehmung alleine stellt eine erhebliche Erleichterung im kognitiven Therapie-Konzept dar. Weitere Untersuchungen sollten erfolgen um eine tatsächliche Aussage über den Verlauf von entwicklungsverzögerter kognitiver Leistung bezüglich des Outcomes mit CI treffen zu können, und ob sich dieses als ein ungünstiger prognostischer Faktor darstellt.