CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S185
DOI: 10.1055/s-0038-1640354
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Einfluss von Insertionstiefe auf den Hörerhalt nach CI: Indikation für elektrische oder elektrisch-akustische Stimulation

S Helbig
1  Univ. HNO-Klinik, Frankfurt/M.
,
Y Adel
1  Univ. HNO-Klinik, Frankfurt/M.
,
T Weissgerber
1  Univ. HNO-Klinik, Frankfurt/M.
,
U Baumann
1  Univ. HNO-Klinik, Frankfurt/M.
,
T Stöver
1  Univ. HNO-Klinik, Frankfurt/M.
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Für die Cochlea-Implantation (CI) unter Erhalt des Restgehörs stehen je nach Zielsetzung verschiedene Elektrodenträgerlängen zur Auswahl. Ziel dieser Studie ist es, die individuell geeignete Insertionstiefe, sowohl für elektrisch-akustische Stimulation (EAS) als auch für rein elektrische Stimulation (ES), und folglich bessere Indikationsgrenzen zu finden.

Methoden:

Retrospektiv wurden 91 Patienten eingeschlossen, welche mit flexiblen Elektroden von 20 (n = 7), 24 (n = 28), 28 (n = 32) oder 31,5 mm (n = 24) Länge implantiert wurden. Alle Patienten hatten Restgehör (< 1 kHz) und keine lange Ertaubungsdauer. Für jedes versorgte Ohr wurde der Insertionswinkel anhand des radiologischen Bildes gemessen. Zu definierten Messzeitpunkten (prä- und postoperativ, 6 und 12 Monate nach CI) erfolgten ton- und sprachaudiometrische Untersuchungen.

Ergebnisse:

Anhand der Insertionswinkel konnten zwei normalverteilte Gruppen gebildet werden: eine mit reduzierter (RI) und eine mit tieferer Insertion (TI). In der RI-Gruppe war das präoperative Sprachverstehen signifikant besser, während postoperativ die TI-Gruppe signifikant besser war. Nach 6 und 12 Monaten fand sich kein signifikanter Unterschied mehr. Im Vergleich EAS- gegen ES-Gruppe zeigte erstere ein signifikant besseres Sprachverstehen nach 12 Monaten. Bei ES war eine positive Korrelation (r = 0,29) zwischen Sprachverstehen und Insertionswinkel erkennbar. Verbesserte Indikationsgrenzen für EAS- oder ES-Nutzung werden anhand dieser Daten vorgeschlagen.

Schlussfolgerung:

Patienten profitieren bei ES-Nutzung von tieferer Insertion. Hingegen ist die EAS-Nutzung mit besserem Sprachverstehen vergesellschaftet, was eine reduzierte Insertion befürwortet. Die individuelle Betrachtung der Patienten bleibt somit ein wichtiges Kriterium.