CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S235
DOI: 10.1055/s-0038-1640526
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Transsphenoidaler und infralabyrinthärer Zugang bei Cholesterolgranulomen der Felsenbeinspitze

J Quandt
1  HNO UKSH Lübeck, Lübeck
,
KL Bruchhage
1  HNO UKSH Lübeck, Lübeck
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Cholesterolgranulome gehören zu den häufigsten gutartigen Tumore im Bereich der Felsenbeinspitze und präsentieren sich häufig mit uncharakteristischen Symptomen. Die exponierte Lage stellt den HNO-Chirurg vor eine Reihe intraoperativer Probleme, die Wahl des passenden Zugangsweges ist daher von besonderer Bedeutung.

Methoden:

In der retrospektiven Auswertung von Cholesterolgranulomen der Felsenbeinspitze wurden neun Patienten hinsichtlich ihres chirurgischen Zugangsweges (transsphenoidal vs. infralabyrinthär) und deren postoperativen Symptomen miteinander verglichen.

Ergebnisse:

In 3 Fällen, in denen der transsphenoidale Zugang gewählt wurde, zeigten sich alle Patienten beschwerdefrei, wobei die postoperative Funktion des Innenohres als auch des Gleichgewichts uneingeschränkt blieb. Die Beschwerdefreiheit wurde auch bei den 6 Patienten, die mittels infralabyrinthärem Zugang operiert wurden, erreicht. Bei erhaltener Innenohrfunktion erfolgte die Behandlung der Schallleitungsschwerhörigkeit mittels Vibrant Soundbridge in 3 Fällen, 2 Patienten erhielten herkömmliche Hörgeräte und ein Patient wurde durch eine TORP versorgt.

Diskussion:

Sowohl die Anatomie der Felsenbeinspitze als auch dessen Pathologie sollten den operativen Zugang des Chirurgen bestimmen. Der navigierte transsphenoidale und infralabyrinthäre Weg stellen unserer Meinung nach, beide eine sichere Alternative dar.