CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S244
DOI: 10.1055/s-0038-1640558
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Erste klinische Erfahrungen bei der Nutzung von triphasischen Stimulationspulsen bei CI-Patienten mit Fazialisnebenstimulation

T Rottmann
1  Hörzentrum der HNO-Klinik der Medizinischen Hochsc, Hannover
,
L Gärtner
2  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
T Lenarz
2  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
A Büchner
2  Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Die meisten CIs verwenden biphasische Rechteckimpulse zur Stimulation des Hörnervens. Die durch den Impuls übertragene Ladungsmenge, die zur Wahrnehmung eines angenehmen Höreindrucks führt, ist individuell und für jede cochleäre Elektrode verschieden. Bestimmt wird die Ladungsmenge durch die Amplitude und die Dauer des Pulses. In einigen Fällen geht mit dieser Stimulation auch eine unerwünschte Reizung des Gesichtsnervens einher, die sich meist in einem sichtbaren und fühlbaren Zucken des Augenlids oder des Mundwinkels äußert. In Untersuchungen von Bahmer et. al. (2016) konnte in einigen Fällen mittels der Stimulation mit triphasischen Pulsen eine Reizung des Gesichtsnervens reduziert oder verhindert werden. Die Möglichkeit zur Nutzung von triphasischen Stimulationsimpulsen ist seit geraumer Zeit auch in der klinischen Routine möglich. Es wird über erste Erfahrungen aus der klinischen Routine berichtet.

Material und Methode:

Bisher wurden elf Patienten mit Hörprogrammen, die auf der Basis von triphasischen Impulsen arbeiten, versorgt. Der Erfolg stellt für die klinische Routine die Reduzierung der Reizung des Gesichtsnervens dar. Das Ergebnis wird kategorisiert in verhindert, verringert, unverändert oder verstärkt. Darüber hinaus werden zwei Einzelfälle analysiert, anhand derer versucht wird mögliche Ursachen für Erfolg oder Misserfolg der tripasischen Stimulation abzuleiten.

Ergebnisse und Schlussfolgerung:

Bei acht der elf Patienten konnte durch den Einsatz von triphasischen Pulsen die Gesichtsnervreizung reduziert werden. Einem Patienten mit einer besonders niedrigen Reizschwelle konnte jedoch nicht geholfen werden. Bei Fazialisstimulation wird aufgrund der bisherigen Erfahrungen die Umstellung auf die Stimulation mit triphasischen Pulsen empfohlen.