CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S248
DOI: 10.1055/s-0038-1640572
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Klinische Studie zur Untersuchung des Einflusses von Antioxidantien und Magnesium auf den Erhalt des Resthörvermögens bei Cochlea-Implantation

V Scheper
1  Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilk., MHH, Hannover
,
A Lesinski-Schiedat
2  MHH-HNO, Hannover
,
A Büchner
3  MHH-HNO, H4A, Hannover
,
T Lenarz
3  MHH-HNO, H4A, Hannover
,
M Leifholz
2  MHH-HNO, Hannover
› Author Affiliations
Diese Studie wurde durch die EU im Rahmen des FP7-Projektes „ProHearing“ gefördert.
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Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Grundlagenstudien haben gezeigt, dass eine bestimmte Kombination der Vitaminen A, C und E sowie Magnesium (zusammen: ACEMg) das Restgehör schützen kann. Es wurde der mögliche protektive Effekt ACEMgs auf das Resthörvermögen von Cochlear-Implantat-Patienten untersucht.

Methoden:

CI-Patienten wurden 2 Tage präoperativ sowie bis zu 3 Monate postoperativ mit ACEMg-Tabletten oder Plazebo versorgt. Der Hörverlust beider Behandlungsgruppen wurde bei 500 Hz 3 Monate nach Erstanpassung verglichen.

Ergebnisse:

Es wurden 51 Patienten in die Studie eingeschlossen. Hiervon wurden n = 2 mit einer Flex16, n = 5 mit einer Flex 20, n = 10 mit einer Flex 24 und n = 32 mit einer Flex 28 der Fa. MED-El elektronische Geräte GmbH versorgt. In der intention-to-treat-Population wurden 25 Patienten mit ACEMg und 24 Patienten mit Plazebo behandelt. In dieser Gruppe lag der mittlere Hörverlust bei 500 Hz 3 Monate nach Erstanpassung bei 30,21 dB (Plazebo) beziehungsweise 26,00 dB (ACEMg), Differenz: 4,21 dB. In der per protocol (PP)-Population wurde sogar eine Differenz von 5,53 dB erzielt, mit einem mittleren Hörverlust in der ACEMg-Gruppe von 23,64 dB (n = 11) und 29,17 dB in der Plazebo-Gruppe (n = 12). Die Adjustierung nach der implantierten Elektrodenlänge und dem Operateur zeigte in der PP-Gruppe, dass ACEMg-behandelte Patienten einen um 8,01dB geringeren Hörverlust aufweisen als Placebo-Patienten.

Schlussfolgerung:

Die perioperative orale Einnahme ACEMgs scheint tendenziell das Resthörvermögen in CI-Patienten schützen zu können. Es muss untersucht werden, aufgrund welcher Voraussetzungen Patienten auf die Therapie reagieren, um den positiven Effekt möglichst in allen Patienten erzielen zu können.