CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2018; 97(S 02): S250
DOI: 10.1055/s-0038-1640578
Abstracts
Otologie: Otology
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Aktive und passive Verarbeitung neuartiger akustischer Reize bei Cochlea-Implantat Patienten: Eine EEG Studie

I Schierholz
1  HNO-Klinik der Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
,
C Schönermark
2  HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover
,
B Kopp
3  Neurologie-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Hannover
,
T Lenarz
4  HNO-Klinik der Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
A Kral
5  VIANNA, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
,
E Ruigendijk
6  Institut für Niederlandistik, Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg
,
A Büchner
4  HNO-Klinik der Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
› Author Affiliations
DFG Exzellenzcluster EXC 1077/1 "Hearing4all"
Further Information

Publication History

Publication Date:
18 April 2018 (online)

 

Einleitung:

Um neuartige akustische Reize in der Umgebung angemessen zu verarbeiten ist ein gutes Gleichgewicht zwischen „bottom-up“ und „top-down“ Prozessen nötig. Nur so kann angemessen auf diese Reize reagiert werden und mögliche Gefahren können rechtzeitig erkannt werden. Die Interaktion zwischen „top-down“ und “bottom-up” Prozessen bei Cochlea-Implantat (CI) Patienten, und ihr Einfluss auf die CI Performance sind bislang nicht vollständig bekannt.

Methode:

In der Studie haben 20 CI Patienten und 20 normalhörende (NH) Kontrollen eine drei-Stimulus Oddball Aufgabe mit Standard (70%), Target/Deviant (15%) und einmalig auftretenden Umweltreizen (15%) durchgeführt. Die Aufgabe wurde jeweils einmal aktiv und passiv durchgeführt. Während der Aufgabe wurden Elektroenzephalografie- (EEG) und Verhaltensdaten aufgezeichnet, die zwischen den Gruppen und Konditionen verglichen wurden.

Ergebnisse:

Erste Daten bei CI Patienten weisen auf eine beeinträchtigte sensorische Verarbeitung, aber eine mit NH vergleichbare kognitive Verarbeitung. CI Patienten und NH zeigen beide eine „bottom-up“-bezogene frühe und eine „top-down“-bezogene späte Novelty-P3, wobei sich die späte Novelty-P3 in der passiven Bedingung bei beiden Gruppen reduziert. Gruppenunterschiede zeigen sich für die Amplituden der frühen, nicht jedoch der späten Novelty-P3.

Schlussfolgerungen:

Die aktuelle Studie ermöglicht den objektiven Vergleich der aktiven und passiven Verarbeitung neuartiger akustischer Reize bei CI Patienten. Die in Folge des CI-degradierten Hörens zu beobachtende Beeinträchtigung in „bottom-up“ Prozessen, bei gleichzeitig erhaltener „top-down“ Verarbeitung zeigt eine Verschiebung des Gleichgewichts bei CI Patienten im Vergleich zu NH.