Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 75
DOI: 10.1055/s-0038-1670972
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Endokrinologie und Reproduktionsmedizin I
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Epidemiologische Faktoren bei verschiedenen klinischen Formen der Endometriose – Eine Fall-Fall-Untersuchung

S Blum
1  Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, Erlangen, Deutschland
,
K Becker
1  Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, Erlangen, Deutschland
,
H Lubrich
1  Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, Erlangen, Deutschland
,
J Lermann
2  Frauenklinik des Klinikums Bayreuth, Bayreuth, Deutschland
,
MW Beckmann
1  Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, Erlangen, Deutschland
,
PA Fasching
1  Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, Erlangen, Deutschland
3  Biostatistische Abteilung, Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, Erlangen, Deutschland
,
S Burghaus
1  Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen, Erlangen, Deutschland
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Bei vielen Erkrankungen kann ein heterogenes Patientenkollektiv in verschiedene Untergruppen unterteilt werden. Für Endometriose, ist eine solche Einteilung bisher nicht bekannt. Ziel dieser Fall-Fall-Studie ist es, eine Population von Endometriosepatientinnen anhand der Art und Lokalisation der Endometriose in Untergruppen zu unterteilen und hinsichtlich verschiedener Patientencharakteristika wie Alter bei Erstdiagnose, BMI, Zykluslänge, Alter bei Menarche, Vorstellungsgrund, Schwangerschaftsraten, Lebendgeburtenraten und Schulbildung zu untersuchen.

Material und Methoden:

Mittels eines web-basierten Dokumentationssystems (IEEP) konnten deutschlandweit über 8'000 Patientinnen mit Endometriose erfasst werden. Für die vorliegende retrospektive Fall-Fall-Untersuchung wurden in Erlangen von Februar 2014 bis Juli 2017 Daten von 1'576 Patientinnen mit Endometriose dokumentiert. Hiervon wurden 356 Patientinnen mit fehlender oder ungenauer operativer Diagnose ausgeschlossen. Weitere 144 Patientinnen wurden aufgrund von fehlenden Angaben zu Art und Lokalisation von der weiteren Auswertung ausgeschlossen. Mittels einfaktorieller Varianzanalyse (ANOVA) und Chi-Quadrat-Test wurden fünf verschiedene Patientengruppen („Peritoneal only“; „Peritoneal and uterus“; „Uterus only“; „Peritoneal and TIE dominant“; „Endometrioma dominant“) auf Unterschiede hinsichtlich der Patientencharakteristika untersucht.

Ergebnisse:

Das mittlere Alter bei Erstdiagnose lag bei 33,86 Jahren. Es zeigte sich ein signifikanter Unterschied beim mittleren Erstdiagnosealter zwischen den Gruppen. Die Gruppe mit alleiniger Adenomyose wies hierbei das höchste mittlere Alter auf. Weiter wiesen die Daten auf einen Zusammenhang zwischen der Schwangerschaftsrate beziehungsweise Lebendgeburtenrate und den fünf Patientengruppen hin.

Zusammenfassung:

Diese Studie ist ein erster Hinweis darauf, dass die heterogenen Erscheinungsformen der Endometriose nicht als eine einheitliche Erkrankung betrachtet werden sollten. Es sind jedoch noch weitere Studien nötig, um eine klare Einteilung in Subpopulationen vornehmen zu können.