Geburtshilfe Frauenheilkd 2018; 78(10): 131
DOI: 10.1055/s-0038-1671145
Poster
Donnerstag, 01.11.2018
Pränatal- und Geburtsmedizin III
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Untersuchung der myokardialen Gewebeverformung (Strain) vor und nach Foramen ovale Verschluss in einem Hypoplastischen Linksherzsyndrom (HLHS) – Schafmodell

O Graupner
1  Frauenklinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, München, Deutschland
,
F Wong
2  Department of Pediatrics, Monash University, Melbourne, Australien
,
M Teoh
3  Department of Obstetrics and Gynecology, Monash University, Melbourne, Australien
,
A Edwards
4  Monash Institute of Medical Research, Monash University, Melbourne, Australien
,
S Nakamura
4  Monash Institute of Medical Research, Monash University, Melbourne, Australien
,
D Schranz
5  Hessisches Kinderherzzentrum Gießen, Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM), Gießen, Deutschland
,
A Veldmann
6  Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, St. Vinzenz Krankenhaus, Limburg, Deutschland
,
M Götte
7  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM), Standort Gießen, Abteilung für Pränatalmedizin, Gießen, Deutschland
,
M Meister
7  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM), Standort Gießen, Abteilung für Pränatalmedizin, Gießen, Deutschland
,
R Axt-Fliedner
7  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM), Standort Gießen, Abteilung für Pränatalmedizin, Gießen, Deutschland
,
C Enzensberger
7  Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM), Standort Gießen, Abteilung für Pränatalmedizin, Gießen, Deutschland
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Further Information

Publication History

Publication Date:
20 September 2018 (online)

 

Zielsetzung:

Das Hypoplastische Linksherzsyndrom (HLHS) ist ein schwerer kongenitaler Herzfehler, der ohne postnatale Therapie tödlich verläuft. Ein geeignetes HLHS Großtiermodel ermöglicht es, neue Erkenntnisse über Veränderungen der fetalen Herzfunktion im Rahmen der sich entwickelnden Linksherzhypoplasie zu erfassen. Ziel dieses Experiments war es, die Auswirkung eines intrauterinen Verschlusses des Foramen ovale (FO) auf die myokardiale Funktion (MF) von Schafsfeten zu untersuchen.

Materialien:

Durch ein etabliertes HLHS-Schafmodell der Monash Universität Melbourne konnte mithilfe einer perkutanen transhepatischen Kathetertechnik das FO intrauterin verschlossen werden.

Methoden:

In einem Schwangerschaftsalter von ca. 130 Tagen wurde ein Occluder Ultraschall gesteuert mithilfe eines Katheters über die fetale Vena hepatica und Vena cava inferior in den rechten Vorhof vorgeschoben und im Bereich des FO platziert. Daten zur myokardialen Gewebeverformung (Strain) wurden vor und nach FO-Verschluss mithilfe von 2D Speckle-Tracking erhoben.

Ergebnisse:

Bei 4 von 7 Schafsfeten konnte das FO erfolgreich verschlossen und die MF gemessen werden. Der mittlere linksventrikuläre (LV) global longitudinal peak systolic strain (LPSS) betrug vor dem Eingriff -19,05% und nach FO Verschluss -11,31%. Der mittlere rechtsventrikuläre (RV) LPSS betrug vor dem Eingriff -18,10% und nach FO Verschluss -22,90%. Am zweiten Tag nach FO-Verschluss betrug der mittlere LV LPSS -12,39% und der mittlere RV LPSS -21,76%.

Zusammenfassung:

Es konnten Änderungen der MF nach FO-Verschluss nachgewiesen werden. Es zeigte sich eine Abnahme der LV LPSS Werte nach FO-Verschluss. Untersuchungen der MF am Großtiermodell können zu einem besseren Verständnis der Pathophysiologie des HLHS beitragen. Zudem kann der Effekt einer intrauterinen Therapie wie die materno-fetale Hyperoxygenierung näher untersucht werden.