retten! 2016; 5(03): 222-231
DOI: 10.1055/s-0042-110228
Fachwissen
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Unfälle mit Säuren und Laugen - Versorgung im Rettungsdienst

Florian Reifferscheid
,
Markus Stuhr
,
Guido Kaiser
,
Matthias Freudenberg
,
Thoralf Kerner
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Publication History

Publication Date:
12 July 2016 (online)

Abstract:

Patienten mit Verätzungen durch Säuren und Laugen stellen die Rettungskräfte vor unterschiedliche Herausforderungen – sei es die Eigensicherung, die Ermittlung des tatsächlichen Stoffes, die notfallmedizinische Behandlung oder die Einsatzlogistik. Da diese Einsätze selten sind, fehlen Erfahrung und Routine. Wir beleuchten einige Eckpunkte der Versorgung dieser speziellen Patientengruppe und geben eine Hilfestellung für den Einsatz.

Kernaussagen

  • Gefahren und Verletzungen durch Säuren und Laugen drohen nicht nur im Güterverkehr: Sie treten v. a. im häuslichen und beruflichen Umfeld auf.

  • Für den wirksamen Schutz der Einsatzkräfte und Betroffenen kommt dem Erkennen einer solchen Einsatzsituation eine entscheidende Bedeutung zu.

  • Nach der Rettung des Patienten aus dem Gefahrenbereich sollte das ABCDE-Schema angewandt werden, um die Vitalfunktionen des Patienten zu sichern.

  • Die medizinische Erstversorgung Vergifteter orientiert sich an der „5-Finger-Regel“.

  • Die Flusssäureverätzung ist sowohl hinsichtlich der Gefahren als auch der Therapie ein Sonderfall.

  • Bei Verätzungen durch Säuren oder Laugen sollte man mit einem Zentrum für Schwerbrandverletzte Kontakt aufnehmen und den Patienten ggf. dorthin verlegen.