Drug Res (Stuttg) 2016; 66(S 01): S5-S7
DOI: 10.1055/s-0042-112398
Symposium der Paul-Martini-Stiftung
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Entwicklung klinischer Studien von Paul Martini bis heute

M. Schumacher
Institut für Medizinische Biometrie und Statistik, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg und Universitätsklinikum Freiburg
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Publication Date:
02 November 2016 (online)

Als ich Anfang 1979 an das Institut für Medizinische Dokumentation, Statistik und Datenverarbeitung der Universität Heidelberg unter der Leitung von Professor Herbert Immich, einem der Wegbereiter der Medizinischen Statistik in Deutschland [1], kam, herrschte dort eine gewisse „Aufbruchsstimmung“ hinsichtlich der Planung und Durchführung größerer klinischer Studien. Im Jahr zuvor war unter Federführung von Professor Hans Joachim Jesdinsky das „Memorandum zur Planung und Durchführung kontrollierter klinischer Therapiestudien“ [2] erschienen; gleichzeitig hatte im Rahmen des „Programms der Bundesregierung zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Dienste der Gesundheit“ [3] eine Ausschreibung zum Aufbau von sogenannten Methodischen Zentren und zur Förderung von größeren Multicenterstudien stattgefunden. Immich hatte an dem Memorandum mitgewirkt, und das Heidelberger Institut hatte den Zuschlag für ein Zentrum zur methodischen Betreuung von Therapiestudien beim Mammakarzinom bekommen. Der Senior der Arbeitsgruppe, Dr. Hans Scheurlen, der als Radiologe selbst die „Heidelberger Studie“ [4] mit 142 Patientinnen durchgeführt hatte, war sich deren methodischer Unzulänglichkeiten durchaus bewusst und sorgte dafür, dass ich mich vom ersten Tag an mit dieser Thematik beschäftigte. Diese Beschäftigung hat dann viele Jahre angedauert, und die Methodik klinischer Studien hat einen großen Teil meiner akademischen Laufbahn bestimmt [5]. Die Studien der „German Breast Cancer Study Group“ wurden nach langwieriger Vorbereitungsphase tatsächlich erfolgreich durchgeführt und mit Publikation der Langzeitergebnisse viele Jahre später abgeschlossen [6].