Rofo 2017; 189(03): 239-246
DOI: 10.1055/s-0042-118884
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Analyse radiologischer Röntgendemonstrationen und deren Auswirkungen auf Therapie und Behandlungskonzepte in der Inneren Medizin

Article in several languages: English | deutsch
Lena-Marie Dendl
1  Department of Radiology, University Hospital Regensburg, Germany
,
Andreas Teufel
2  Department of Internal Medicine 1, University Hospital Regensburg, Germany
,
Stephan Schleder
1  Department of Radiology, University Hospital Regensburg, Germany
,
Janine Rennert
1  Department of Radiology, University Hospital Regensburg, Germany
,
Christian Stroszczynski
1  Department of Radiology, University Hospital Regensburg, Germany
,
Martina Mueller-Schilling
2  Department of Internal Medicine 1, University Hospital Regensburg, Germany
,
Andreas G. Schreyer
1  Department of Radiology, University Hospital Regensburg, Germany
› Author Affiliations
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Publication History

04 September 2015

01 September 2016

Publication Date:
01 March 2017 (online)

Zusammenfassung

Ziel Evaluation des zeitlichen Aufwandes sowie der diagnostischen und therapeutischen Entscheidungen durch eine interdisziplinäre Röntgendemonstration.

Material und Methode Prospektive Auswertung von radiologisch-gastrointestinalen Röntgenbesprechungen eines Universitätsklinikums über 1 Jahr. Wir dokumentierten, inwieweit Vorbereitung (Phase 1) und Besprechung (Phase 2) den radiologischen Befund und weitere Diagnose und Therapie beeinflussen.

Ergebnisse Bei 69 internistischen Röntgenbesprechungen mit 487 Fällen wurden 1067 Untersuchungen demonstriert. Die durchschnittliche Vorbereitungszeit lag bei 35,8 Minuten mit 5,1 Minuten pro Fall. Während der Phase 1 wurde in 1,2 % der Fälle ein zusätzlicher relevanter, bisher nicht diagnostizierter Befund entdeckt, während sich in 91,4 % keine Befundänderung ergab. In Phase 2 wurde zu 0,6 % ein weiterer relevanter Befund entdeckt, in 99 % der Fälle wurde keine Änderung dokumentiert. Nach der gemeinsamen klinischen Diskussion wurde in 9 % der Fälle weitere radiologische Bildgebung und bei 2,7 % weitere interventionell radiologische Diagnostik indiziert, während bei 83,2 % keine Änderungen vorgenommen wurde. Bezüglich therapeutischer Veränderungen wurde bei 7 % die Indikation zur weiteren radiologischen Therapie und bei 6,8 % zur chirurgischen Therapie gestellt, bei 78,5 % erfolgte kein Wechsel des Therapieregimes.

Schlussfolgerungen Die Analyse einer radiologischen interdisziplinären Röntgendemonstration in der Inneren Medizin zeigt, dass durch die Falldiskussion mit dem Radiologen in 37,3 % eine Änderung des Behandlungskonzeptes (16,8 % Diagnose, 21,5 % Therapie) veranlasst wird. Zusammenfassend zeigen unsere Daten eine Verbesserung der Patientenversorgung und Qualität der Behandlung durch interdisziplinäre radiologische Konferenzen und unterstützen deren breite Implementierung.

Kernaussagen

  • Durch die Zweitbefundung bei der Vorbereitung von Röntgendemonstrationen wird in wenigen Fällen eine Befundänderung bewirkt.

  • Durch die „sprechende Radiologie“ bei Röntgendemonstrationen wird in über ⅓ der Fälle eine signifikante Änderung im Patientenmanagement bezgl. Diagnose und Therapie erreicht.

  • Durch Fallvorstellung eines erfahrenen Radiologen bei interdisziplinären Röntgenbesprechungen werden diagnostische und interventionelle radiologische Methoden häufig indiziert und in den Behandlungspfad implementiert.

  • „Sprechende Radiologie“ verbessert die Behandlungsqualität und Patientenversorgung.

Zitierweise

  • Dendl L. M., Teufel A., Schleder S. et al. Analysis of Radiological Case Presentations and their Impact on Therapy and Treatment Concepts in Internal Medicine. Fortschr Röntgenstr 2017; 189: 239 – 246