Allgemein- und Viszeralchirurgie up2date 2017; 11(02): 129-143
DOI: 10.1055/s-0042-122351
Bariatrische und metabolische Chirurgie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Plastische Straffungsoperationen nach massivem Gewichtsverlust: Grundlagen

Ulrich E. Ziegler
,
Selina N. Ziegler
,
Philip H. Zeplin
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Publication Date:
19 April 2017 (online)

Der Wunsch nach Normgewicht hat adipöse Patienten zu dem Entschluss geführt, eine massive Gewichtsreduktion einzuleiten – sei es durch Diät und Sport und/oder bariatrische Chirurgie. Ziel der Straffungsoperationen ist die Rekonstruktion der Körperoberfläche mit einer Verbesserung der Kontur und Funktion. Dafür sind oft mehrere Operationen nötig. Dieser Beitrag beleuchtet die allgemeinen Grundlagen plastischer Straffungsoperationen.

Kernaussagen
  • Nach einer erfolgreichen Gewichtsabnahme und einer Stabilisierungsphase des Körpers haben die Betroffenen häufig den Wunsch nach einer Straffungsoperation, denn die Lebensqualität ist weiterhin vermindert, obwohl inzwischen meist eine organische Gesundung eingetreten ist.

  • Ziele der Straffungsoperationen sind die Rekonstruktion der Körperoberfläche und eine Verbesserung der Kontur und Funktionalität.

  • Für eine Kostenzusage oder -ablehnung durch die Krankenkassen gibt es keine festgelegten Beurteilungskriterien.

  • Komplikationen nach Straffungsoperationen:

    • Wundheilungsstörung

    • Serome

    • Nachblutung

    • Hämatom

    • operative Seromrevision

    • Thrombose mit Embolie

  • Risikofaktoren für Komplikationen nach Straffungsoperationen:

    • höheres Alter

    • männliches Geschlecht

    • Diabetes mellitus

    • Hypertonie

    • Nikotinabusus

    • Ausgangs-Body-Mass-Index (BMI) > 30 kg/m2 präoperativ

    • hohe Gewichtsreduktion (BMI-Drop) im Vorfeld

    • Mangelernährung

    • Kombinationseingriff

  • Nach richtiger Diagnosestellung ist eine frühzeitige und differenzierte Narbentherapie indiziert.

  • Eine postoperative Kompressionstherapie kann die erwartende Lymphschwellung reduzieren und Seromen und Wundheilungsstörungen vorbeugen.

  • Lymphdrainage ist bei den ausgedehnten Resektionen der Hautfettschürzen grundsätzlich sinnvoll und sollte individuell angepasst eingesetzt werden.