Sprache Stimme Gehör 2017; 41(03): 133-140
DOI: 10.1055/s-0043-112159
Schwerpunktthema
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Diagnostik der oropharyngealen Dysphagie

Diagnosis of Oropharyngeal DysphagiaChristiane Hey1, Petra Pluschinski1, Andrea Hofmayer2, Michael Jungheim3, Martin Ptok3, Arno Olthoff4
  • 1Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg
  • 2Abteilung für Sprachtherapie, Klinik für Neurologie und Neurologische Rehabilitation, Asklepios Stadtklinik Bad Tölz
  • 3Klinik und Poliklinik für Phoniatrie und Pädaudiologie, Medizinische Hochschule Hannover
  • 4Phoniatrie und Pädaudiologie, Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Universitätsmedizin Göttingen
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Publication History

Publication Date:
19 September 2017 (online)

Die Diagnostik der oropharyngealen Dysphagie bildet das wesentliche Element eines modernen Dysphagiemanagements. Bei limitierten Ressourcen empfiehlt sich eine zweistufige Herangehensweise. Ein geeignetes Screeningverfahren ist dabei der erste entscheidende Schritt zur Detektion eines Hochrisikopatienten. Bei auffälligem Ergebnis ermöglicht eine instrumentelle Diagnostik die Untersuchung der zugrundeliegenden Pathophysiologie, Festlegung des Dysphagieschweregrades und eine adäquate Therapieplanung. Bisher gelten FEES® und Videofluoroskopie als die weltweit anerkannten Goldstandard-Verfahren in der instrumentellen Dysphagiediagnostik. Allerdings werden z. Zt. neue vielversprechende Verfahren entwickelt, die zusätzliche wertvolle Informationen über das Schlucken liefern, wie die pharyngeale Hochauflösungsmanometrie und die Echtzeit-Magnetresonanztomografie.

Abstract

The diagnosis of oropharyngeal dysphagia is the key element of modern dysphagia management.

If resources are lacking, a two-step approach can be recommended for clinical practice. A suitable screening tool is the essential first step in identifying a high-risk patient. If the result is remarkable in any way, instrumental evaluation enables detection of the underlying pathophysiology, dysphagia grade and adequate therapeutic intervention.

Up until now, internationally accepted gold standards in instrumental diagnosis are FEES® and videofluoroscopy. However, new promising technical approaches, such as high-resolution manometry or real-time magnetic resonance imaging, are currently being developed which deliver additional valuable information on swallowing.

The aim of the present work is the critical presentation of conventional and innovative methods in dysphagia evaluation.

Fazit

In der Dysphagiediagnostik ist mangels Experten ein zweistufiges Vorgehen hoch sinnvoll. Es beginnt mit einem populationsspezifischen Screening zur frühzeitigen Detektion eines Hochrisikopatienten, gefolgt von einer instrumentellen Diagnostik bei auffälligem Testergebnis. Doch nur anhand der beiden komplementär einzusetzenden und international als Goldstandard anerkannten Verfahren, FEES® und VFSS, kann die zugrundeliegende Pathophysiologie eines gestörten Schluckvorgangs dargestellt werden. Allerdings zeigen auch diese Goldstandardverfahren Limitationen in ihrer Aussagekraft bzgl. spezifischer Funktionen. Hier liefern aktuell zwei innovative Verfahren, die pharyngeale Hochauflösungsmanometrie und das Echtzeit-MRT, zusätzliche wertvolle Informationen. Sine qua non für alle diese Verfahren ist ein standardisiertes Vorgehen!