Pädiatrie up2date 2018; 13(03): 275-291
DOI: 10.1055/s-0043-115863
Neuropädiatrie/Psychiatrie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Essstörungen

Stephan Bender
,
Carola Bartels-Dickescheid
,
Axel Meinhardt
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Publication History

Publication Date:
04 September 2018 (online)

Essstörungen gliedern sich in vier große Bereiche: Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Binge-Eating-Störung und Adipositas. Der vorliegende Beitrag beschränkt sich auf die ersten drei der genannten und fokussiert dabei aus didaktischen Gründen überwiegend auf die Anorexia nervosa. Die Empfehlungen in diesem Beitrag orientieren sich an der S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Essstörungen“ der Deutschen Fachgesellschaften [1].

Kernaussagen
  • Bei durch somatische Ursachen nicht ausreichend erklärtem Untergewicht (bei Kindern und Jugendlichen definiert anhand der Perzentilenkurven) muss eine Anorexia nervosa abgeklärt werden. Es bestehen eine Körperschemastörung und eine Gewichtsphobie.

  • Die Anorexia nervosa stellt eine gefährliche, schwerwiegende und langwierige Erkrankung dar.

  • Die erste Phase der Therapie ist gekennzeichnet durch eine Gewichtsrestitution im Rahmen eines verhaltenstherapeutischen Stufenplans.

  • Ein dauerhaft normalisiertes Essverhalten und Gewicht können nur gewährleistet werden, wenn zur Rückfallprophylaxe weitere Maßnahmen erfolgen. Diese können im Rahmen einer psychodynamischen kognitiven Verhaltens- oder Familientherapie erfolgen.

  • Der Schwerpunkt der Behandlung liegt auf der Psychotherapie und der Vermeidung körperlicher Komplikationen durch die Unterernährung.