Fortschr Röntgenstr
DOI: 10.1055/s-0043-118128
Urogenital Tract
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Gegenwärtige Nutzung und Akzeptanz der multiparametrischen MRT in der Prostatakarzinomdiagnostik: Eine regionale Erfassung

Article in several languages: English | deutschTim Ullrich1, Lars Schimmöller1, Mathias Oymanns1, Dirk Blondin1, Frederic Dietzel1, Julian Kirchner1, Christian Arsov2, Robert Rabenalt2, Peter Albers2, Gerald Antoch1, Michael Quentin1
  • 1University Dusseldorf, Medical Faculty, Department of Diagnostic and Interventional Radiology, Dusseldorf, Germany
  • 2University Dusseldorf, Medical Faculty, Department of Urology, Dusseldorf, Germany
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Publication History

27 November 2016

25 July 2017

Publication Date:
21 September 2017 (eFirst)

Zusammenfassung

Ziel Evaluation der regionalen Akzeptanz und des Stellenwertes der multiparametrischen MRT (mp-MRT) der Prostata bei Patienten und zuweisenden Ärzten.

Material und Methoden Von 482 ausgeteilten, standardisierten Fragebögen konnten über einen Zeitraum von 11 Monaten 328 Patientenfragebögen (251 Klinikpatienten; 77 Patienten regionaler urologischer Praxen im Raum Düsseldorf) und 31 Ärztefragebögen (regionale Urologen und Allgemeinmediziner) analysiert werden. Die Fragen umfassten den allgemeinen Kenntnisstand über das Prostatakarzinom, die aktuelle diagnostische Vorgehensweise, die Kenntnisse und Einordnung der mp-MRT sowie der gezielten MRT-geführten Biopsie.

Ergebnisse 70 % der 328 Patienten hielten eine sorgfältige und exakte Diagnostik des Prostatakarzinoms für sehr wichtig und 68 % beurteilten die mp-MRT als hierfür hilfreiche Methode. Demgegenüber kannten 35 % der Patienten weder die Untersuchung der Prostata mittels MRT, noch die Möglichkeit der MRT-geführten Biopsie. 28 % der Patienten mit erhöhten PSA-Werten erhielten nach negativer transrektaler ultraschallgesteuerter Biopsie (TRUS-PE) eine mp-MRT in der Sekundärindikation. Über die Hälfte der Patienten schätzten ihren Wissensstand bezüglich des Prostatakarzinoms mittelmäßig bis schlecht ein und wünschten sich mehr Informationen über die Diagnostik. Die Mehrheit der 31 Ärzte gab an, Patienten eine mp-MRT der Prostata zu empfehlen (55 %) und sah zu 68 % aktuell die Hauptrolle der MRT in der Sekundärindikation.

Schlussfolgerung Die multiparametrische MRT der Prostata wurde von Patienten und Ärzten als sinnvoll erachtet. Jedoch besteht aktuell eine große Diskrepanz zu den tatsächlich durchgeführten MRT-Untersuchungen. Insbesondere bei Patienten nach negativer TRUS-PE erfolgte laut unserer Umfrage nur in einem geringen Anteil eine MRT-Untersuchung, obwohl von Ärzten hier einer der größten Vorteile der Methode gesehen wurde. Auch wenn die aktuelle Praxis der Anwendung der MRT in der Prostatakarzinomdiagnostik bereits über die deutsche S3-Leitlinie hinausgeht, wird das Potenzial der mp-MRT derzeit nicht ausgenutzt. Detailliertere Informationen über Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der mp-MRT sind somit notwendig und von Patienten und Ärzten gewünscht.

Kernaussagen

  • In der Praxis geht die Anwendung der MRT in der Prostatakarzinomdiagnostik teils bereits über die deutsche S3-Leitlinie (Stand: 12/2016) hinaus.

  • Das Potenzial der mp-MRT der Prostata wird aktuell nicht ausgenutzt.

  • Mehr Informationen sowohl für Patienten, als auch für Ärzte über den Nutzen und das klinische Potenzial der mp-MRT sind notwendig und gewünscht.

Zitierweise

  • Ullrich T, Schimmöller L, Oymanns M et al. Current Utilization and Acceptance of Multiparametric MRI in the Diagnosis of Prostate Cancer. A Regional Survey. Fortschr Röntgenstr 2017; DOI: 10.1055/s-0043-118128