Sprache · Stimme · Gehör 2017; 41(04): 175-176
DOI: 10.1055/s-0043-119251
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© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Mundmotorische Übungsbehandlung für Kinder mit entwicklungsbedingten Aussprachestörungen

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Publikationsdatum:
06. Dezember 2017 (online)

Kinder mit entwicklungsbedingten Aussprachestörungen haben Schwierigkeiten bei der Bildung muttersprachlicher Laute. Den Sprechschwierigkeiten können strukturelle, sensorische oder neurophysiologische Ursachen zugrunde liegen (z. B. eine Hörschädigung), oftmals bleiben die Ursachen allerdings unbekannt. Einen von Sprachtherapeuten verwendeten Behandlungsansatz stellt die mundmotorische Übungsbehandlung dar. Unter mundmotorischen Übungen versteht man nichtsprachliche motorische Aktivitäten, deren Ziel die Stimulation oder Verbesserung der Sprachproduktion sowie die Behandlung spezifischer Sprechfehler ist. Beispiele sind Aufgaben wie Lächeln, Lippen spitzen, Wangen aufblasen, Seifenblasen pusten und Lippenmassage zur Förderung der Lippenbeweglichkeit für die Produktion labialer Laute wie ‚p‘, ‚b‘ und ‚m‘. Die Wirksamkeit dieses Behandlungsansatzes wird kontrovers diskutiert und die Evidenz zur Wirksamkeit mundmotorischer Übungsbehandlungen in der Therapie von Aussprachestörungen bedarf der Überprüfung.