Psychotraumatologie 2000; 1(1): 5
DOI: 10.1055/s-2000-8056
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Debriefing - werden die Opfer geschädigt?

Überlegungen zu einem zielgruppenorientierten VorgehenKarin Clemens, Christian Lüdke
  • Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität zu Köln, Deutsches Institut für Psychotraumatologie.
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Publication Date:
31 December 2000 (online)

 

Zusammenfassung

Eine Literaturanalyse zu den Effekten des Debriefings auf die Entwicklung einer psychotraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zeigt, dass Debriefing im Hinblick auf die Prävention psychotraumatischer Störungen im wesentlichen ineffektiv ist. Einige wenige Studien ermitteln einen negativen Effekt (Verstärkung von PTBS-Symptomen) und deuten darauf hin, dass für einen Teil der Traumaopfer das Debriefing schädlich ist. Hypothesen, für welche Gruppe von Traumaopfern das Debriefing förderlich oder schädlich ist, werden diskutiert. Ein Vorschlag für eine Weiterentwicklung dieser Krisenintervention - zielgruppenorientiertes Debriefing - wird erläutert.

Abstract

An analysis of the literature regarding the effects of debriefing on the development of PTSD shows that on the whole debriefing is without effect as a means of preventive intervention. A few studies found a negative effect (increase of PTSD symptoms) and showed that for some trauma victims debriefing is harmful. Hypothesesas to for which groups of trauma victims debriefing is good or bad are discussed. A proposal for a specific use of debriefing - a target group-oriented use of debriefing - to increase the effects of such a type of crisis intervention is explained.