Inf Orthod Kieferorthop 2002; 34(2): 117-124
DOI: 10.1055/s-2002-32855
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© Georg Thieme Verlag

Autotransplantation von Prämolaren zum Ersatz von Schneidezähnen im Oberkiefer: Ein Vergleich mit natürlichen Schneidezähnen

Autotransplantation of premolars to replace maxillary incisors: A comparison with natural incisors[*] Ewa M. Czochrowska1 , Arlik Stenvik2 , Bjørn Album3 , Bjørn U. Zachrisson4
  • 1 Department of Orthodontics
  • 2 Department of Orthodontics, Professor and Chairman
  • 3 Department of Oral Surgery and Oral Medicine, Clinical Professor
  • 4 Department of Orthodontics, Professor II University of Oslo
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Publication Date:
16 July 2002 (online)

Zusammenfassung

In der Literatur finden sich bisher keine umfassenden Studien, die das Ergebnis der Autotransplantation von Prämolaren in die obere Frontzahnregion mit dem Zustand der natürlichen Schneidezähne desselben Patienten vergleichen. Der vorliegende Beitrag untersucht den Zustand von Gingiva und Parodont an prothetisch versorgten Prämolaren, die in die obere Frontzahnregion transplantiert worden waren. Dazu wurden insgesamt 45 bei 40 Patienten transplantierte Prämolaren durchschnittlich 4,0 Jahre nach dem chirurgischen Eingriff erneut untersucht. Zum Zeitpunkt der Operation betrug das durchschnittliche Alter der Patienten 11,0 Jahre. Zahnlockerung, Akkumulation von Plaque, Zustand der Gingiva, Sulkustiefe und Perkussion wurden mit bewährten klinischen Verfahren untersucht und bewertet. Rezession und Hyperplasie der interdentalen Gingivapapillen wurden nach einem erst kürzlich vorgestellten Index beurteilt. Standardisierte Röntgenaufnahmen dienten der Feststellung von pathologischen Veränderungen, von Obliterationen des Pulpenkavums und zur Errechnung des Verhältnisses zwischen Kronenhöhe und Wurzellänge. Hinsichtlich der klinischen Parameter fand sich kein Unterschied zwischen transplantierten Prämolaren und natürlichen Schneidezähnen, mit Ausnahme einer erhöhten Beweglichkeit einer stärkeren Akkumulation von Plaque an einigen wenigen Transplantaten. Bei allen Transplantaten waren die benachbarten interdentalen Gingivapapillen normal ausgebildet. oder nur gering hyperplastisch. Im Röntgenbild war bei allen transplantierten Zähnen eine unterschiedlich stark ausgeprägte Obliteration des Pulpenkavums zu erkennen. Anhaltspunkte für pathologische Prozesse fanden sich in keinem Fall. Das Verhältnis zwischen Kronenhöhe und Wurzellänge war bei den Transplantaten und den natürlichen Vergleichszähnen gleich, was auch für den Abstand zwischen knöchernem Alveolarrand und Schmelz-Zement-Grenze galt. Der generelle Zustand der transplantierten Prämolaren und der umgebenden Parodontalgewebe lassen erkennen, dass diese Methode bei Heranwachsenden zum Ersatz fehlender oberer Schneidezähne gut geeignet ist. Außerdem beinhaltet die Transplantation von Zähnen ein Potenzial zur Stimulation des Knochenwachstums und zur Restitution eines normalen Alveolarkammes.

Summary

The published literature contains no comprehensive studies that compare the outcome of premolar autotransplantation to the maxillary anterior region with natural incisors in the same patients. This article describes the gingival and periodontal conditions around premolars transplanted to the maxillary incisor region, subsequent to restoration. Forty-five premolars autotransplanted to the maxillary incisor region in 40 adolescent patients were evaluated after a mean observation period of 4.0 years. Mean age at surgery was 11.0 years. Established clinical criteria were used to assess tooth mobility, plaque and gingival indexes, probing pocket depth, and percussion. Recession and hyperplasia of interproximal gingival papillae were assessed according to a recently proposed index. Standardized radiography was used to evaluate the presence of pathosis, pulp obliteration, root length, and crown-root ratios. Clinical variables for transplants did not differ from those of the natural incisors, except for increased mobility and more plaque in a few transplanted premolars. The interproximal gingival papillae adjacent to all transplanted teeth were normal or slightly hyperplastic. Radiographically, all transplants showed varying degrees of pulp obliteration, but no signs of pathosis. Crown-root ratios were similar for natural and transplanted teeth as were distances from cementoenamel junction to marginal bone. The overall status of the transplanted premolars and surrounding tissues indicated that this treatment modality may be recommended when maxillary incisors are missing in adolescents. In addition, tooth transplantation represents an inherent potential for bone induction and reestablishment of a normal alveolar process.

1 Dieser Artikel ist als Originalarbeit erschienen im Am J Orthod Dentofacial Orthop 2000; 118: 591-600