Psychotraumatologie 2002; 3(4): 44
DOI: 10.1055/s-2002-35085
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Das Internet und die klinische Psychologie

Schnittstellen zwischen einem neuen Medium und einem psychologischen AnwendungsfachRalf Ott, Christiane Eichenberg
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Publication Date:
23 November 2002 (online)

 

Übersicht

Das Internet stellt ein mächtiges und differenziertes Informations- und Kommunikationsmedium dar, dem es gelungen ist, in wenigen Jahren so weit Erfolg zu haben, dass die Benutzerzahl exponentiell ansteigt. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit den Einflüssen und Effekten des Internet auf die klinische Psychologie und die für sie relevanten Themen. Dabei werden 4 wichtige Themenbereiche identifiziert, die sich aus den beiden Nutzergruppen „Professionelle” und „Nicht-Professionelle” und den beiden Nutzungsmöglichkeiten des Netzes („Information” und „Interaktion”) ergeben. Erstens bietet das Internet als Informationsmedium einen niederschwelligen Zugang zu Ressourcen zu psychischen Störungen, ihren Entstehungsbedingungen und Behandlungsmöglichkeiten. Zweitens ermöglicht das Internet als Kommunikationsmedium den kollegialen Austausch und verschiedene Formen computervermittelter klinisch-psychologischer Intervention. Drittens können bestimmte Arten der Internetnutzung Effekte haben, die klinisch-psychologisch relevant sind, so beispielsweise die „Internetsucht”, zu der kurz der Stand der Forschung beschrieben wird. Viertens kann das Internet auch in der klinischen Psychologie als Forschungsmedium genutzt werden, wofür Beispiele genannt werden.

Internet and Clinical Psychology: Interface Between a new Medium and Psychological Application

The Internet has grown exponentially from its original conception and now takes the form of a vast network of interconnected computers. It encompasses such a wide area within science that its impact cannot be ignored. This article reviews some of the spheres where the Internet is relevant to Clinical Psychology. Four main areas identified and expanded upon are (i) use of the Internet as an information medium within this domain, (ii) use of the Internet as therapeutical medium which may support the different types of psychological interventions, (iii) the effects of the Internet as a medium on human behaviour, exemplified by addictive internet use, and (iv) use of the Internet as a tool for psychological research. Within these four areas, examples of the applicability of the Internet are discussed as well as its limitations. In summary, use of the Internet within the psychological domain has many advantages and as such should be embraced by the clinical psychologist.