Psychother Psych Med 2002; 52(12): 491
DOI: 10.1055/s-2002-36011
Editorial
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Was sich ändern, was bleiben wird

What Will Change and What Will StayMichael  von Rad
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Publication Date:
10 December 2002 (online)

Mit dem Jahreswechsel wird auch bei der PPmP eine personelle Veränderung vollzogen, die - lange vorbereitet - sowohl meinem Vorschlag als auch dem Wunsch des Verlages entspricht: Prof. Dr. Bernhard Strauß wird die Verantwortung des federführenden Herausgebers der PPmP übernehmen. Mit diesem Wechsel wird etwas signalisiert, was uns immer am Herzen lag: Kontinuität und Erneuerung.

Kontinuität in dem Sinn, dass die PPmP auch in Zukunft den streng wissenschaftlichen Charakter ihres Profils beibehalten und schärfen wird. Kontinuität aber auch in der Verpflichtung zu einer unideologischen Grundhaltung - die PPmP ist nicht eine Hauspostille für verdeckte oder offene schulische oder methodische Präferenzen! Allein die wissenschaftliche Qualität soll entscheiden. Dass dieser schwer einlösbare Anspruch nicht ohne Kontroversen und Meinungsverschiedenheiten, aber doch auf einem einsehbaren wissenschaftlichen Niveau stattfindet, dafür sorgt eine pluralistisch gegliederte Herausgeber-Redaktion, die die verschiedenen Schwerpunkte unseres Zielgebietes abdeckt und sich auf einen breiten Kreis kompetenter Reviewer stützen kann. Dabei lag mir die Fairness des Begutachtungsprozesses in besonderer Weise am Herzen: Bei der PPmP werden Arbeiten „aus dem Hause” oder von Autoren, zu denen persönliche Abhängigkeiten bestehen, grundsätzlich von zwei externen und unabhängigen Reviewern beurteilt. Gibt es differierende Voten, wird ein dritter „Obergutachter” bestellt. Die hohe Ablehnungsquote ist also auch ein Ausdruck dieser Grundhaltung aller Herausgeber, die so bleiben wird. (Die kränkende Erfahrung der Ablehnung eines eingereichten Manuskriptes ist auch mir selbst einmal bei der PPmP zuteil geworden - nachdem der Ärger verraucht war, wurde mir klar, dass genau das als ein Zeichen unserer Unabhängigkeit zu lesen ist). In den 20 Jahren, die ich für die PPmP federführend verantwortlich war, haben wir sicher nicht wenige Fehlentscheidungen - sei es als Ablehnung oder als Annahme - getroffen. Ich glaube aber, mit Überzeugung und begründet sagen zu können, dass alle Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen und in bewusster Vermeidung von Gefälligkeitsbekundungen getroffen wurden.

Was die Erneuerung betrifft, wird Bernhard Strauß seine eigenen Akzente setzen und sich zu Wort melden. Einiges ist auf den Weg gebracht: Die PPmP ist schneller geworden, wenn auch immer noch nicht schnell genug: Nach gegenwärtigem Stand können Autoren damit rechnen, dass ihre angenommenen Arbeiten in aller Regel binnen Jahresfrist (oder früher) auch publiziert sind. Das relativ neue Format der Publikation als Kurzform im Heft und als Langform im Internet (www.thieme-connect.de), dessen Entwicklung Horst Kächele zusammen mit dem Verlag vorangetrieben hat, ist ein Erfolg und eine wichtige zeitgemäße Publikationsform: Sie wird von den Lesern mit beachtlich wachsender Frequenz in Anspruch genommen, wie Zugriffsanalysen zeigen. Die PPmP als die einzige monatlich erscheinende deutschsprachige, wissenschaftliche Publikation im Bereich Psychotherapie/Psychosomatik/medizinische Psychologie wird sich weiter darum bemühen, das aktuelle Forum zur Diskussion wissenschaftlich relevanter Ergebnisse unseres Fachgebietes zu bleiben. Deshalb ist es uns wichtig, dass Sie uns Ihr Interesse und Ihre Kritik als Leser und Autoren auch in den Zeiten der Cholera des Zeitschriftenmarktes erhalten.

Michael von Rad

München