psychoneuro 2003; 29(1): 51-56
DOI: 10.1055/s-2003-37619
Schwerpunkt

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Molekulare Genetik affektiver Störungen:

Befunde und Strategien zur Identifikation der genetischen UrsachenPeter Zill1 , Manfred Ackenheil1 , Marcella Rietschel2 , Wolfgang Maier3
  • 1Psychiatrische Klinik der LMU München
  • 2Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim
  • 3Psychiatrische Universitätsklinik und Poliklinik der Universität Bonn
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Publication History

Publication Date:
10 March 2003 (online)

Zusammenfassung

Molekulargenetische Untersuchungen finden zunehmend breite Anwendung in allen Bereichen der Medizin, insbesondere auch in der Psychiatrie. Obwohl es durch Zwillings-, Adoptions- und Familienstudien inzwischen als gesichert gilt, dass genetische Faktoren eine wesentliche Rolle in der Ätiologie affektiver Störungen spielen, sind allerdings die exakten Mechanismen der Vererbung bis heute noch unklar. Eine Vielzahl molekulargenetischer Untersuchungen konnte bislang positive Assoziationen und signifikante Kopplungen zwischen genetischen Markern bzw. möglichen Kandidatengenen und psychiatrischen Störungen aufzeigen, jedoch bleibt eine endgültige Bestätigung dieser Befunde abzuwarten. Die vorliegende Arbeit fasst die wichtigsten Ergebnisse sowie neue methodische Ansätze auf diesem Gebiet zusammen. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung neuer genetischer-, funktioneller- und statistischer Untersuchungsmethoden sowie durch die Fortschritte des Humangenomprojektes rückt die Aufklärung der genetischen Grundlagen affektiver Störungen in greifbare Nähe. Die Identifikation von Prädispositionsgenen liefert einen entscheidenden Beitrag zum besseren Verständnis der biologischen Mechanismen affektiver Störungen und ermöglicht neue therapeutische sowie pharmakologische Behandlungsstrategien.

Summary

There is substantial evidence for an involvement of genetic factors in the etiology of affective disorders, but the exact mode of inheritance is so far unclear and the contributing genes have to be identified. Here we discuss the genetic epidemiology of depression, as well as methodological issues and results from molecular genetic studies. There has been rapid advances in genetic, functional and statistical methods, facilitating the search for predisposing genes of affective disorders. The identification of such susceptibility genes will unravel mechanisms and pathways that could permit new therapeutic strategies and result in new targets for pharmacological treatment.

Literatur

Kontaktadresse:

Dr. Peter  Zill

Psychiatrische Klinik der LMU München

Abteilung für Neurochemie

Nussbaumstrasse 7

D-80336 München

Email: [email protected]