Inf Orthod Kieferorthop 2006; 38(3): 185-188
DOI: 10.1055/s-2006-942157
Übersichtsartikel

© Georg Thieme Verlag

Kiefergelenksprobleme und die Stolperstein-Theorie[*]

Temporomandibular Disorders (TMD) and the Stumbling-Block TheoryJ. M. H. Dibbets1 , C. Tunkel1
  • 1MZZMK Klinik für Kieferorthopädie, Universität Marburg
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Publication Date:
28 September 2006 (online)

Zusammenfassung

Allgemein wird angenommen, dass okklusale Störungen Kiefergelenksprobleme hervorrufen. Dabei treten zuerst okklusale Störungen auf, die nach kurzer oder längerer Zeit die gesunde Funktion des Kiefergelenks beeinträchtigen. Ob allerdings zuerst die okklusalen Störungen und daraus resultierend die Gelenksprobleme entstehen, ist in der klinischen Praxis nie richtig überprüft worden. Dieser Beitrag zeigt, dass sich Kiefergelenksprobleme zeitlich parallel zur Entstehung der Okklusion entwickeln. Diese gleichzeitige Entwicklung von TMD und Okklusion steht im Widerspruch zu der Theorie, die besagt, dass okklusale Störungen zuerst auftreten und TMD verursachen. Die hier von uns vorgestellte Stolperstein-Theorie stellt fest, dass manch ein okklusaler Vorkontakt die Folge oder der Auslöser, aber nicht die Ursache von Kiefergelenksproblemen ist.

Abstract

Generally, it is assumed that occlusal prematurities result in temporomandibular disorders (TMD). First come the occlusal prematurities, and, after a shorter or longer period, the healthy function of the temporomandibular joint becomes obstructed. However, it has never been subject of clinical research if indeed occlusal prematurities were first and TMD came second. This paper shows that TMD emerges synchronously to the development of the occlusion. This synchronous development of both TMD and occlusion is in clear disagreement with the theory that states that occlusal prematurities develop first and then cause TMD. The stumbling-block theory, introduced by us, concludes that many an occlusal interference may be the result or the trigger, but not the cause of TMD.

1 Artikel von J. M. H. Dibbets zur gleichen Thematik erschienen: Kiefergelenkprobleme und die okklusale Theorie: eine kritische Analyse. Kieferorthopaedie 2005; 19: 217-222