Inf Orthod Kieferorthop 2006; 38(3): 5
DOI: 10.1055/s-2006-942206
Editorial

© Georg Thieme Verlag

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EditorialF. Weiland
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Publication Date:
28 September 2006 (online)

Geht es Ihnen manchmal auch so? Nach dem Besuch eines weiteren Fortbildungskurses kommt es einem vor, als habe sich unser Fachgebiet zu einer Apparate-Kieferorthopädie entwickelt. Gewisse Draht-Bracketkombinationen korrigieren jede Malokklusion ohne Rücksichtnahme auf biologische Gesetzmäßigkeiten. Elegante PowerPoint-Präsentationen unterhalten, werben für Materialien und Apparaturen, dienen aber kaum einer qualitativ hochwertigen Weiterbildung.

Nun hat sich gewiss materialtechnisch Vieles entwickelt. Vergessen darf man aber nicht, dass die Apparatur in einem biologischen Wesen, dem Menschen eingreift. Mir scheint die Zeit reif, sich auf gewisse Aspekte unseres Fachgebiets rückzubesinnen, die nicht im täglichen Rampenlicht stehen, allerdings die Basis unseres klinischen Vorgehens mitbestimmen sollten.

Themen wie Genetik und Kieferorthopädie, Wachstumseffekte und dento-alveoläre Kompensationen im Kieferbereich, Knochenbiologie, Effekte unterschiedlicher orthodontischer Kräfte auf Desmodont und Rezidivneigung, die Wechselwirkung zwischen Funktionsstörungen, bzw. Parodontologie und Kieferorthopädie werden Ihnen in Form neuer Übersichten bzw. bereits publizierter „Klassiker” herausragender Forscher näher gebracht.

In diesem Sinne hoffe ich, dass Sie, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, mit mir den Weg „zurück zu den Wurzeln” gehen wollen, um unseren Patienten eine qualitativ hochwertige, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Therapie angedeihen lassen zu können.