Kardiologie up2date 2006; 2(4): 323-325
DOI: 10.1055/s-2006-944979
Hotline - Angeborene und erworbene Herzfehler

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Herzklappenfibrosen bei Morbus Parkinson - ein relevantes Problem?

Gregor  Simonis, Jörg  Fuhrmann, Susann  Junghanns, Ruth  H.  Strasser
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Publication Date:
25 January 2007 (online)

Einleitung

Am 10. April 2004 erschien im Lancet eine Studie von Van Camp und Mitarbeitern aus Brüssel [1], die eine Assoziation zeigte zwischen:

der Behandlung mit dem Parkinsonmedikament Pergolid, einem ergotartigen Dopaminagonisten, und dem Auftreten restriktiver Herzklappenerkrankungen.

Diese Studie hat unter Neurologen große Unruhe hervorgerufen. Viele Patienten sind von Pergolid auf andere Medikamente umgesetzt worden, was zum Teil eine Verschlechterung der Grunderkrankung bis hin zu akinetischen Krisen nach sich zog und die Lebensqualität vieler Patienten beeinträchtigt hat. Die Herstellerfirma hat mit einem „Rote-Hand-Brief” und einer Warnung in der Fachinformation reagiert, was, über die Laienpresse vermittelt, zu einer zusätzlichen Beunruhigung der Patienten geführt hat. Von kardiologischer Seite hingegen sind die Daten bislang nur wenig beachtet worden. Ziel dieses Artikels ist, Hintergrundinformationen zu restriktiven Herzklappenerkrankungen bei Morbus Parkinson zu vermitteln und praktische Hinweise für die kardiologische Überwachung von Parkinsonpatienten unter Therapie mit Dopaminagonisten zu geben.

Literatur

Dr. Gregor Simonis

Medizinische Klinik/Kardiologie
Technische Universität Dresden

Fetscherstr. 76
01307 Dresden

Email: E-mail: gsimonis@gmx.de