psychoneuro 2008; 34(1): 52
DOI: 10.1055/s-2008-1040382
Blickpunkt

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Frankreichs Marktführer jetzt auch in Deutschland erhältlich - Parkinson-Syndrom - Piribedil zur Mono- und Kombinationstherapie

Further Information

Publication History

Publication Date:
27 February 2008 (online)

 

Bis in die 90er Jahre war L-Dopa der unangefochtene Goldstandard zur Behandlung des Parkinson-Syndroms. Heute gelten Dopaminagonisten als "gleichberechtigt". In der Frühtherapie werden Dopaminagonisten nach den aktuellen Leitlinien sogar bevorzugt (Abb. [1]). Auch bei "jüngeren" Parkinsonpatienten mit einem biologischen Alter unter 70 Jahren werden Dopaminagonisten bevorzugt eingesetzt, erklärte Prof. Heinz Reichmann, Dresden. Diese Empfehlung stützt sich auf randomisierte klinische Studien, nach denen die initiale Behandlung mit einem Dopaminagonisten zu einer geringeren Häufigkeit und Schwere motorischer Spätkomplikationen, insbesondere Dyskinesien und Wirkungsfluktuationen im Vergleich zu einer Monotherapie mit L-Dopa führt. Außerdem liegen erste Hinweise mittels nuklearmedizinischer Methoden vor, dass sich unter Dopaminagonisten der Krankheitsverlauf verlangsamt. Allerdings sind in den letzten Jahren unter Ergot-Dopaminagonisten Fibrosen in Form von Herzklappenfibrosen, pleuropulmonalen oder retroperitonealen Fibrosen aufgetreten. Insbesondere bei Patienten, die an einer Herzklappenerkrankung leiden oder in der Vorgeschichte unter einer Therapie mit ergolinen Präparaten bereits eine Fibrose erlitten, reduziert sich dadurch die Auswahl der Dopaminagonisten. Aufgrund der Datenlage sollte daher Non-Ergot-Dopaminagonisten der Vorzug gegeben werden.

Abb. 1 Algorithmus für die leitliniengerechte Therapie des Parkinson-Syndroms

Seit November ist der Non-Ergot-Dopaminagonist Piribedil (Clarium®) zur Behandlung des Morbus Parkinson sowohl für die Mono- als auch die Kombinationstherapie mit L-Dopa in Deutschland erhältlich. In Frankreich ist Piribedil bereits seit den 90er Jahren zugelassen. Insgesamt wurden damit bereits rund 52 Millionen Patienten behandelt, wie Prof. Wolfgang Jost, Wiesbaden, auf einer Pressekonferenz vorstellte.

Literatur