Phlebologie 2013; 42(04): 189-196
DOI: 10.12687/phleb2148-4-2013
Übersichtsarbeit
Schattauer GmbH

Wundauflagen in der Therapie chronischer Wunden

Wound dressings in chronic wound therapy
S. Schreml*
1  Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Regensburg
,
S. M. Klein*
2  Zentrum für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Regensburg
,
P. Babilas
1  Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Regensburg
,
S. Karrer
1  Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Universitätsklinikum Regensburg
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Eingereicht: 29 April 2013

Angenommen: 31 May 2013

Publication Date:
04 January 2018 (online)

Zusammenfassung

Einleitung: Die nicht heilende Wunde stellt einen zunehmenden Kostenfaktor im Gesundheitssystem dar. Ziel der fachgerechten Wundtherapie ist es, die gestörte Wundhei-lung zu durchbrechen, um das Durchlaufen der physiologischen Abheilung zu ermögli-chen.

Methoden: Es erfolgte eine selektive Literaturrecherche in den Datenbanken AWMF, PubMed und Cochrane Library mit den Schlüsselwörtern „chronic wound” oder „ulcer” in Kombination mit den Begriffen alginates, hydrofibre, hydrogel, collagen, foam.

Ergebnisse: Die heute verfügbaren Wundtherapeutika erlauben es nicht, bei chronischen Wunden anstelle einer narbigen Reparatur eine physiologische Regeneration der Haut zu erreichen. Vor jeder Wundtherapie müssen mögliche Ursachen für die gestörte Wundhei-lung identifiziert werden und sofern möglich kausal therapiert werden. Zur topischen Therapie chronischer Wunden steht eine große Auswahl verschiedener Wundauflagen zur Verfügung. Die dezidierte Kenntnis dieser Wundtherapeutika ermöglicht deren differenzierten Einsatz, und ist damit die Voraussetzung für eine heilungsphasenadaptierte Anwendung.

Schlussfolgerung: Die derzeitige Studienlage erlaubt kaum Rückschlüsse auf die Überlegenheit einzelner Wundauflagen bezüglich des Endpunktes Wundverschluss. Obwohl die mangelhafte Evidenz die Entscheidung bei den Behandelnden für oder gegen die einzelnen Produkte erschwert, zeigt es auch, dass teure Wundauflagen preiswerteren Alternativen nicht eindeutig überlegen sind.

Summary

Introduction: Poor wound healing is a growing cost factor in the public health care system. The aim of professional wound management is to break the cycle of chronic healing to enable physiological wound repair.

Method: A selective literature search was conducted in the databases AWMF, PubMed und Cochrane Library with the key words chronic wound or ulcer in combination with the terms alginates, hydrofibre, hydrogel, collagen, foam.

Results: The wound management products available today do not enable us to achieve physiological regeneration of the skin instead of scarred repair of chronic wounds. Before starting any form of wound treatment the possible causes of poor wound healing must be identified, and causal treatment should be given whenever possible. A wide selection of different wound dressings is available for the topical treatment of chronic wounds. Thorough knowledge of these wound treatment agents enables their differentiated use, and is thus the prerequisite for tailoring them for use according to the healing phase.

Conclusion: The current study data barely enable any conclusions to be drawn regarding the superiority of individual wound dressings with regard to the endpoint wound healing. Although the paucity of the evidence makes the decision for or against any individual product more difficult for the clinician, it also shows that expensive wound dressings are not necessarily superior to the more reasonably priced alternatives.

English version available at: www.phlebologieonline.de

* Gleichberechtigte Autoren