Aktuelle Rheumatologie 2019; 44(03): 157
DOI: 10.1055/a-0839-2040
Für Sie notiert
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Psoriasis-Arthritis verringert die Lebensqualität

Contributor(s):
Maddalena Angela Di Lellis
Further Information

Publication History

Publication Date:
19 June 2019 (online)

 

    Psoriasis-Arthritis (PsA)-Patienten berichten über eine niedrigere Lebensqualität als die gesunde Durchschnittspopulation. Es ist wenig darüber bekannt, inwieweit sich die diversen Manifestationen der PsA auf die Lebensqualität der Patienten auswirken. Wervers et al. beschrieben in vorliegender Studie die Lebensqualität neu diagnostizierter PsA-Patienten und evaluierten assoziierte Symptome auf deren Einfluss auf das Wohlbefinden der Patienten.


    #

    Empfindliche Gelenke, Enthesitis und chronische Rückenschmerzen beeinflussten die Lebensqualität der PsA-Patienten in der Studie erheblich. Verglichen mit der holländischen Durchschnittspopulation war die Lebensqualität bei PsA-Patienten niedriger. Die Forscher aus den Niederlanden rekrutierten für diese Multicenter-Studie 405 neu diagnostizierte PsA-Patienten aus insgesamt 12 unterschiedlichen Zentren. Die Patienten untersuchten die Wissenschaftler auf geschwollene und empfindliche Gelenke, Enthesitis, Daktylitis, Psoriasis, und in der Vergangenheit aufgetretene Beschwerden wie muskuloskelettale Schmerzen und Rückenschmerzen. Die Lebensqualität erfassten die Forscher anhand des „Medical Outcomes Study Short Form-36“ (SF-36)-Fragebogens, der verschiedene Domänen beinhaltet (u. a. physische Funktion, Schmerzen, körperliche und mentale Gesundheit). Anhand dieser Domänen errechneten die Wissenschaftler jeweils eine physische und eine mentale Komponente der Lebensqualität. Anhand von univariaten und multivariaten linearen Regressionsmodellen testeten die Experten den Einfluss der einzelnen PsA-Manifestationen auf die Lebensqualität der Patienten.

    Die primäre Manifestation der PsA war bei 19% eine Monoarthritis, bei 37% eine Oligoarthritis und bei 22% eine Polyarthritis. Weitere 9% hatten eine Enthesitis, 2% eine axiale PsA, und 10% eine Daktylitis. Im Durchschnitt erwies sich die errechnete Lebensqualität bei PsA-Patienten niedriger als bei der durchschnittlichen Allgemeinbevölkerung. Diese Unterschiede waren größer in der physischen Komponente, während sich die psychosoziale Domäne näher am Zustand der Allgemeinbevölkerung befand.

    Die SF-36-Scores unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Patienten mit einer Mono-, Oligo- und Polyarthritis. Patienten mit einer Enthesitis wiesen signifikant niedrigere SF-36-Werte und damit eine schlechtere Lebensqualität auf. Auch Patienten mit chronischen Rückenschmerzen kamen auf erheblich niedrigere SF-36-Scores. In der multivariaten Analyse zeigte sich, dass sich auch das weibliche Geschlecht und empfindliche Gelenke negativ auf die SF-36-Scores der mentalen Domäne auswirken.

    Fazit

    Die Lebensqualität bei PsA-Patienten ist vermindert, so die Autoren. Dass insbesondere empfindliche Gelenke, Enthesitis und chronische Rückenschmerzen mit einer schlechteren Lebensqualität verbunden sind, zeigt, dass Schmerzen als Folge entzündlicher Prozesse den größten Einflussfaktor darstellen. Die Experten erläutern, dass bei der Therapie der Patienten deshalb besondere Rücksicht auf die Behandlung dieser Faktoren gelegt werden sollte.

    Dr. Maddalena Angela Di Lellis, Tübingen


    #