Akt Rheumatol 2019; 44(05): 300-301
DOI: 10.1055/a-0953-5021
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© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Rheumatoide Arthritis vs. Arthrose: Outcomes nach Hüft- und Kniegelenksersatz

Contributor(s):
Marisa Kurz
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Publication Date:
15 October 2019 (online)

 

    Arthrose ist die häufigste Indikation für einen Knie- und Hüftgelenksersatz. Doch die Eingriffe werden auch bei rheumatoider Arthritis durchgeführt. Aufgrund des multiplen Gelenkbefalls, der systemischen Ausbreitung und der medikamentösen Behandlung bei RA könnten die postoperativen Outcomes bei diesen Patienten schlechter sein. Eine aktuelle Studie vergleicht patient-reported outcome measures (PROMs) der beiden Patientengruppen.


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    Die Studie vergleicht die Outcomes von Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) und Arthrose nach totalem Knie (TKR)- und Hüftgelenkersatz (THR). Dazu wurden routinemäßig erfasste Daten von 2070 Arthrose-Patienten und 142 RA-Patienten mit TKR und von 2030 Arthrose-Patienten und 98 RA-Patienten mit THR ausgewertet.

    Bei den Patienten war vor und 6 Monate nach dem jeweiligen Eingriff der Oxford Knee Score bzw. der Oxford Hip Score bestimmt worden. Der Score bezieht sich vor allem auf Funktion und Schmerzen. Außerdem beantworteten die Patienten vor und nach den Eingriffen den EuroQoL 5-dimension 3-level (EQ-5D-eL) Fragebogen, der die gesundheitsbezogene Lebensqualität misst.

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    Endoprothetischer Gelenkersatz bei Hüftgelenksarthrose. Quelle: Niethard F, Pfeil J, Biberthaler P. Koxarthrose. In: Niethard F, Pfeil J, Biberthaler P, Hrsg. Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie. 8., unveränderte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2017.

    Die Studienautoren wollten herausfinden, ob es eine Verbindung zwischen dem postoperativen Outcome und der zugrundeliegenden Diagnose gibt.

    Die Outcomes nach einer TKR waren:

    • Medianer Oxford Knee Score 37 vs. 36 (Arthrose vs. RA; relativer Effekt der RA − 0,05)

    • Medianer EQ-5D-3L 0,76 vs. 0,69 (Arthrose vs. RA; relativer Effekt der RA − 0,09)

    Die Outcomes nach einer THR waren:

    • Medianer Oxford Hip Score 42 vs. 39 (Arthrose vs. RA; relativer Effekt der RA − 1,35)

    • Medianer EQ-5D-3L 0,85 vs. 0,69 (Arthrose vs. RA; relative Effekt der RA − 0,08)

    In beiden Patientengruppen zeigten sich nach beiden Eingriffen Verbesserungen der PROMs. Nach Berücksichtigung der Unterschiede der initialen Scores zeigte sich kein signifikanter Unterschied im Gelenk-spezifischen Outcome. Allerdings schnitten die RA-Patienten im Outcome bzgl. der Lebensqualität etwas schlechter ab, was die Autoren auf die systemische Erkrankung zurückführen.

    Fazit

    Nach einem Knie- oder Hüftgelenkersatz verbessern sich die Gelenk-spezifischen Beschwerden von Patienten mit Arthrose und rheumatoider Arthritis. Allerdings verbessert sich die Lebensqualität der RA-Patienten nach dem Eingriff weniger stark als die der Arthrose-Patienten. Die Autoren führen dies auf die systemische Erkrankung zurück.

    Marisa Kurz M. Sc. B. A. München


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    Endoprothetischer Gelenkersatz bei Hüftgelenksarthrose. Quelle: Niethard F, Pfeil J, Biberthaler P. Koxarthrose. In: Niethard F, Pfeil J, Biberthaler P, Hrsg. Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie. 8., unveränderte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2017.