Akt Rheumatol 2019; 44(05): 285
DOI: 10.1055/a-0963-6694
Editorial
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Spondyloarthritis

Martin Rudwaleit
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Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Martin Rudwaleit
Klinik für Innere Medizin und Rheumatologie
Klinikum Bielefeld
An der Rosenhöhe 27
33647 Bielefeld

Publication History

Publication Date:
15 October 2019 (online)

 

    Die letzten beiden Dekaden bedeuteten für die Gruppe der Spondyloarthritiden einschließlich der Psoriasis-Arthritis einen Durchbruch in allen Bereichen dieser Erkrankungsgruppe: im Verständnis genetischer und pathophysiologischer Vorgänge, des klinischen Verlaufs, der Diagnostik und Klassifikation, der Bildgebung und neuer und effektiver Therapiemöglichkeiten bis hin zu einem Treat-to-Target Konzept. Auf diese neuen Erkenntnisse wird im vorliegenden Themenband durch namhafte Autoren umfassend und aktuell eingegangen.


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    Prof. Dr. med. Martin Rudwaleit

    Auf Zytokinebene hat sich neben TNFa der IL23/IL17 Zytokinweg als pathophysiologisch relevant erwiesen in genetischen und histologischen Untersuchungen und auch in Tiermodellen zur SpA. Zentraler Stellenwert in der Bildgebung der axialen SpA ist heute die MRT, insbesondere zur Abbildung von akuten Entzündungen. Die Erfahrungen und Studien der letzten Jahre haben aber auch gezeigt, dass die Interpretation von MRT-Läsionen schwierig sein kann und im klinischen Kontext erfolgen sollte. Patienten-basierte Outcome-Parameter haben mittlerweile einen festen Stellenwert sowohl in klinischen Studien, aber auch in der klinischen Praxis und erlauben eine bessere und standardiserte Beurteilung von Krankheitsaktivität, Funktionalität und Lebensqualität. Mit den 2009 eingeführten Assessment of Spondyloarthritis International Society (ASAS) Klassifikationskriterien für axiale SpA konnten erstmals neben der ankylosierenden Spondylitis (röntgenologische axiale SpA; r-axSpA) auch Studien zur nicht-röntgenologischen axialen SpA (nr-axSpA) durchgeführt werden. Therapeutisch stehen bei der axialen SpA neben NSAR jetzt 2 Klassen von Biologika zur Verfügung: TNFa-Inhibitoren und IL17-Inhibitoren. Es gibt klare Empfehlungen, wann diese Substanzen zum Einsatz kommen sollten und welche Patienten besonders profitieren. Der Einfluss dieser Substanzen auf die Röntgenprogression ist nach wie vor Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Bei der Psoriasis-Arthritis sind interessanterweise auch Substanzen therapeutisch hoch wirksam, die bei der axialen SpA nicht wirksam sind, was die Komplexität und die Diversität dieser Erkrankungen trotz vieler Gemeinsamkeiten unterstreicht.


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    Prof. Dr. med. Martin Rudwaleit
    Klinik für Innere Medizin und Rheumatologie
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    An der Rosenhöhe 27
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