PSYCH up2date 2020; 14(05): 399-414
DOI: 10.1055/a-0973-2550
Affektive Störungen

Kognitive Verhaltenstherapie bei affektiven Störungen

Julia C. Zwick
,
Martin Hautzinger

Affektive Störungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungsbildern. Aktuellen Schätzungen zufolge sind 4,4 % der Gesamtbevölkerung an Depressionen erkrankt. Dabei zählen affektive Erkrankungen zu den führenden Gründen für eine globale Beeinträchtigung, was die Notwendigkeit wirksamer Behandlungsansätze unterstreicht [1].

Kernaussagen
  • Hohe Prävalenzraten sowie starke funktionale Beeinträchtigungen im Bereich der affektiven Störungen signalisieren die Notwendigkeit wirksamer Behandlungsansätze.

  • Zahlreiche Studien belegen, dass die KVT wirksam bei uni- und bipolaren Störungen in allen Altersgruppen und allen Schweregraden als Einzel- oder Gruppentherapie eingesetzt werden kann.

  • Das Rational der KVT wird durch verstärkungstheoretische und kognitionspsychologische Theorien begründet. Es besteht ein wechselseitiger Zusammenhang zwischen Gedanken, Verhalten und Gefühlen.

  • Zu den Behandlungselementen einer KVT bei affektiven Störungen zählen die störungsspezifische Psychoedukation, Verhaltensaktivierung, kognitive Interventionen, der Aufbau verschiedener Fertigkeiten zur Kompetenzerweiterung sowie eine Rezidivprophylaxe.

  • Rezidivierende depressive Störungen profitieren vom Einsatz achtsamkeitsbasierter Ansätze.

  • Chronische Depressionen bedürfen aufgrund verstärkter interpersoneller Schwierigkeiten einer besonderen Behandlung, z. B. mittels CBASP.

  • In der Behandlung bipolarer Störungen spielt neben einer stimmungsstabilisierenden Dauermedikation die psychotherapeutische Rezidivprophylaxe eine besonders große Rolle.



Publication History

Article published online:
15 September 2020

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