Zusammenfassung
Ziel der Studie In der der vorliegenden Arbeit wurden Nutzung und
subjektiver Gewinn bei unter Hörbeeinträchtigung im Alter leidenden
Patient:innen in der gerontopsychiatrischen Versorgung, die temporär angebotene
hörverbessernde Maßnahmen in Form unidirektionaler Höranlagen zur Verfügung
gestellt bekommen haben, untersucht. Gleichzeitig bewerteten die
Mitarbeiter:innen die Handhabung und Akzeptanz der hörverbessernden
Maßnahmen.
Methodik Bei ambulanten und (teil-)stationären Patient:innen (n=151)
wurden im Zeitraum von Oktober 2022 bis Juli 2023 das aktuelle subjektive
Hörvermögen sowie die Nutzung von konventionellen Hörgeräten mit einem
Selbstbeurteilungs-Fragebogen erfasst. Nach Einsatz unidirektionaler Höranlagen
in Diagnostik und Behandlung für vier bis sechs Wochen wurde bei 21
Patient:innen, die die Höranlagen nicht genutzt hatten, nochmals das Hörvermögen
erfragt sowie bei aktiven Nutzer:innen (n=34) und Mitarbeitenden (n=24) die
Erfahrungen mit den hörverbessernden Maßnahmen mittels Fragebögen
untersucht.
Ergebnisse Von 151 eingeschlossenen Patient:innen (79,2 Jahre, 62,1%
weiblich) nahmen 147 Patient:innen und 24 Mitarbeitende (79,2% weiblich) an der
Untersuchung teil. Subjektive Hörbeeinträchtigungen wurden von 50 Patient:innen
(34,0%) angegeben. Bei 93 Patient:innen (63,2%) war das Hörvermögen bereits
einmal abgeklärt worden. Eine empfohlene Behandlung mit konventionellen
Hörgeräten erfolgte bei 34 der Befragten (23,1%). Ebenfalls 34 Patient:innen
(23,1%) nutzten das Angebot hörverbessernder Maßnahmen. Alle 34 Nutzer:innen
sowie alle teilnehmenden Mitarbeitenden bewerteten die eingesetzten Höranlagen,
wobei die Bewertung überwiegend positiv ausfiel.
Schlussfolgerung Hörschädigungen bei gerontopsychiatrischen Patient:innen
sind häufig und oftmals nicht ausreichend mit konventionellen Hörgeräten
behandelt, hörverbessernde Maßnahmen werden aber nur begrenzt in Anspruch
genommen. Die überwiegend positiven Ergebnisse bei Nutzer:innen hörverbessernder
Maßnahmen sprechen für deren Implementierung in die ambulante und
(teil-)stationäre gerontopsychiatrische Routineversorgung.
Abstract
Aim of study The aim of the present study was to investigate the use and
subjective benefit of specific temporary hearing-improvement measures
(unidirectional hearing aids) in hearing-impaired, geriatric psychiatric
patients. Simultaneously, employees evaluated the handling and acceptance of the
hearing-improving measures.
Material and method Between October 2022 and July 2023, subjective hearing
ability and use of conventional hearing aids were recorded in outpatients and in
those in partial inpatient care (n=151) based on a self-assessment
questionnaire. After using unidirectional hearing aids in diagnostics and
treatment for four to six weeks, the hearing ability of 21 patients who had not
used the hearing-improving measures was surveyed again and the experiences of
active users (n=34) and employees (n=24) with the hearing-improving measures
were analyzed via questionnaires.
Results Of the 151 included patients (79.2 years, 62.1% female), 147
patients and 24 employees (79.2% female) took part in the study. Subjective
hearing impairments were reported by 50 patients (34.0%). The hearing of 93
patients (63.2%) had already been assessed once. Treatment with conventional
hearing aids was recommended for 34 of those surveyed (23.1%). Likewise, 34
patients (23.1%) took advantage of the offer of hearing-improving measures. All
34 users and all participating employees rated the hearing-improving measures
used as mostly positive.
Conclusion Hearing impairment in geriatric psychiatric patients is common
and often not adequately treated with conventional hearing aids, yet
hearing-improving measures are only used to a limited extent. Mostly positive
results among the users of hearing-improving measures favor their implementation
in patients in routine outpatient and (partial) inpatient geriatric psychiatric
care.
Schlüsselwörter
Presbyakusis - gerontopsychiatrische Versorgung - demenzielle Erkrankungen - hörverbessernde
Maßnahmen
Keywords
Presbyacusis - gerontopsychiatric care - dementia - hearing-improving measures