PiD - Psychotherapie im Dialog 2008; 9(4): 365-369
DOI: 10.1055/s-0028-1090063
Aus der Praxis

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Depression und Diabetes

Frank  Petrak
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Publikationsdatum:
11. Dezember 2008 (online)

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Zusammenfassung

Depressive Störungen treten bei Patienten mit Diabetes gehäuft auf und stellen eine lebensbedrohliche Komorbidität dar. So sind Depressionssymptome assoziiert mit Hyperglykämie, mikro- und makrovaskulären Diabeteskomplikationen sowie einer deutlich erhöhten Mortalität. Die Betroffenen beklagen eine erheblich verminderte allgemeine und diabetesspezifische Lebensqualität und das Diabetesselbstmanagement sowie das Befolgen von Therapieempfehlungen sind deutlich erschwert. Im Unterschied zu körperlich gesunden depressiven Patienten zielt die Depressionsbehandlung nicht nur auf die psychologischen Symptome und Probleme ab, sondern umfasst auch diabetesbezogene medizinische Ziele. Nach dem aktuellen Forschungsstand stellen psychotherapeutische und psychopharmakologische Therapieansätze auch bei Diabetikern effektive Möglichkeiten der Depressionstherapie dar. Im Hinblick auf die medizinischen Parameter des Diabetes steht die eindeutige Identifizierung einer geeigneten Behandlung jedoch bis heute aus. Eine Depressionsbehandlung sollte bei Patienten mit Diabetes algorithmusbasiert erfolgen und sich an die Leitlinien „Psychosoziales und Diabetes mellitus” der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin (DKPM) orientieren.

Literatur

Korrespondenzadresse:

PD Dr. rer. soc. Dipl.-Psych. Frank Petrak

Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, LWL-Klinik Dortmund, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum

c/o Schulberg 7–9

65183 Wiesbaden

eMail: mail@dr-frank-petrak.de