Psychiatr Prax 2013; 40(02): 99-101
DOI: 10.1055/s-0032-1332915
Kritisches Essay
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Traumatische Erfahrungen – ein blinder Fleck der Stigmaforschung?

Traumatic Experiences: A Blind Spot in Stigma Research?
Ingo Schäfer
1   Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
2   Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS), Universität Hamburg
,
Georg Schomerus
3   Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsmedizin Greifswald
4   HELIOS Hanseklinikum Stralsund
,
Sascha Milin
1   Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
2   Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS), Universität Hamburg
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
04. März 2013 (online)

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Einleitung

Gerade bei Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen ist die Bedeutung traumatischer Erfahrungen, wie sexueller oder körperlicher Gewalt, inzwischen zunehmend in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt [1]. Zahlreiche Studien der letzten 2 Jahrzehnte ließen deutlich werden, dass Traumatisierungen in frühen Lebensphasen nicht nur ein robuster Risikofaktor für die Entstehung psychischer Erkrankungen sind, sondern häufig auch die Verhaltens- und Erlebensweisen Betroffener bis ins Erwachsenenalter prägen [2] [3]. Bislang nicht untersucht wurden mögliche Wechselwirkungen zwischen Selbststigmatisierung nach traumatischen Erfahrungen im Kindesalter und der Entstehung bzw. dem Verlauf psychischer Erkrankungen.