Einleitung:
Ultraviolette (UV) Strahlung – sei sie natürlich oder künstlich – kann zu Hautkrebs
führen. In Verbindung mit Solarien, einer Hauptquelle künstlicher UV-Strahlung, wird
häufig auf die Möglichkeit der Entstehung einer Bräunungssucht (oft auch „Tanorexie“)
hingewiesen. Bisherige Instrumente zum Screening auf eine solche Bräunungssucht ergaben
sich jedoch als nicht valide. Aus diesem Grund war es unser Ziel, ein in den USA neu
entwickeltes Instrument, den Behavioral Addiction Indoor Tanning Screener (BAITS),
auf Validität und Reliabilität zu testen.
Methodik:
Der BAITS ist ein kurzes Screeninginstrument, welches aus sieben Items (Antwortkategorien:
ja/nein) besteht. Die englischsprachige Itembatterie wurde in einer fünfstufigen Prozedur
([1] Übersetzung ins Deutsche, [2] Expert Panel, [3] Rückübersetzung ins Englische,
[4] kognitive Interviews, [5] Erstellung der finalen Version) übersetzt. Zur Überprüfung
der Validität und Reliabilität zogen wir die Daten der ersten Welle des Nationalen
Krebshilfe Monitorings zur Solariennutzung (NCAM) bestehend aus einem kognitiven Pretest
(n = 15) und einer bundesweiten Repräsentativbefragung (n = 3.000) heran.
Ergebnisse:
Der kognitive Pretest ergab eine leichte Veränderung in der Formulierung eines Items.
Insgesamt wurden in der bundesweiten Befragung 19,7% der aktuellen und 1,8% der ehemaligen
Nutzer von Solarien positiv auf Symptome einer möglichen Bräunungssucht gescreent.
Es fanden sich signifikante Zusammenhänge zwischen Solariennutzungsparametern und
dem BAITS (Kriteriumsvalidität). Die interne Konsistenz (Reliabilität) ergab sich
ebenfalls als gut (Kuder-Richardson-20 = 0,854) und der BAITS erwies sich als homogenes
Konstrukt (Konstruktvalidität).
Schlussfolgerungen:
Verglichen mit anderen Kurzinstrumenten zur Messung von Symptomen einer möglichen
Bräunungssucht ergab sich der BAITS als valideres und reliableres Tool. Aufgrund seiner
Kürze und der binären Items ist er auch in großen Surveys einfach einzusetzen.