Einleitung:
Der Mangel an Ärztinnen und Ärzten erfordert neue Konzepte, um die Transition von
der Studienzeit in den Berufsalltag und die fachärztliche Weiterbildung gelingen zu
lassen. Deshalb verwundert es nicht, dass Personalabteilungen auf die Marketing-Wirkung
von Coaching-Angeboten setzen, um Nachwuchskräfte zu rekrutieren und zu binden.
Methoden:
Nach einem systematischen Review mittels der Datenbank PubMed mit mehreren definierten
Schlagwort-Verknüpfungen sammelten die Autoren mittels Brainstorming-Methoden konkrete
Coaching-Inhalte, die während der Transition von Studienzeit in den ärztlichen Beruf
sowie während der Weiterbildungsphase relevant sein können.
Ergebnisse:
Die initial gewählte, undifferenzierte Suchstrategie ergab 927 Fachartikel, wobei
sich ein Großteil der Publikationen den verwandten Themen Mentoring und Training widmete.
Bei den wenigen Artikeln, die Coaching im engeren Sinne thematisierten (n = 11), dominierten
inhaltlich Karriere- und Life-Coaching sowie die Themen Stress, Burn-out und Resilienz.
Im Unterschied dazu zeigte bereits ein erstes Brainstorming eine Vielzahl an möglichen,
konkreten Coaching-Inhalten, die im klinischen Setting großes Anwendungspotenzial
versprechen. Jedoch wurden auch Herausforderungen und Gefahren dieser Angebote deutlich.
Diskussion:
Coaching steht mittlerweile für sehr viele Sachverhalte und Verfahren. Dies erschwert
strukturierte Datenbankabfragen. Eine verstärkte Forschungstätigkeit mit größerer
Teilhabe der wissenschaftlichen Gemeinschaft an den Ergebnissen von Coaching-Interventionen
wäre wünschenswert, um deren Planung und Umsetzung zu erleichtern.
Herausfordernd dürfte die Frage nach der Finanzierung von Coaching-Angeboten bleiben.
Vor dem Hintergrund des Ärztemangels erscheint daher die gewissenhafte Auftragsklärung
umso bedeutsamer. Nur dadurch kann einer möglichen Instrumentalisierung des Coaching-Angebots
als reines Marketing-Instrument zur Rekrutierung und Bindung von ärztlichem Nachwuchs
vorgebeugt werden.