PiD - Psychotherapie im Dialog 2015; 16(01): 96-99
DOI: 10.1055/s-0041-100368
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Supervision im Internet

Qualitätssicherung, Ausbildung und Supervisorensuche
Carola Teichmann
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Publication Date:
03 March 2015 (online)

Qualitätsricht- und -leitlinien

Mit dem Begriff „Supervision“ erzielt man zahlreiche Treffer in Online-Suchmaschinen. „Supervision“ ist kein geschützter Begriff – so kann und darf er auch in den verschiedensten Formen und Kontexten auftauchen. Um hier mehr Verlässlichkeit zu schaffen, haben Verbände wie die Deutsche Gesellschaft für Supervision e.V. (DGSv) [1], aber auch psychotherapeutische oder berufsübergreifende Fachverbände und Vereinigungen auf europäischer Ebene Qualitätsstandards und ethische Leitlinien entwickelt.

Qualitätssicherung der DGSv

Qualitätsrahmen und Ethikrichtlinien Die Qualitätsstandards der DGSv werden dadurch gesichert, dass eine Mitgliedschaft zu regelmäßigen Fortbildungen und Kontrolle der supervisorischen Praxis verpflichtet und Mitglieder so in das Qualitätsmanagement der DGSv eingebunden sind. Im „Qualitätsrahmen“ wird bereits das Qualitätsverständnis von Supervision der DGSv verdeutlicht. Er ist als PDF-Broschüre auf der Homepage downloadbar [2], ebenso die von der DGSv geschaffenen ethischen Leitlinien [3].

Qualitätsverfahren Weiterhin findet durch einen „kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP)“ ein Qualitätsverfahren innerhalb der DGSv statt. Mitglieder haben durch den selbstevaluativen Prozess des Qualitätssicherungsverfahrens die Möglichkeit, eine Orientierung der Qualität ihrer Arbeit zu finden. Dies wird als ein standardisiertes Verfahren durch eine (hierfür sich jeweils neu zusammenfindende) Qualitätsgruppe durchgeführt. Zudem wird ein Zertifikat im Rahmen dieses Prozesses erstellt, welches auch wiederum als Zertifikat guter supervisorischer Tätigkeit für Interessenten gesehen werden kann. Mehr zum Ablauf des Qualitätsverfahren der DGSv findet man auf der Homepage und in einer ausführlichen Broschüre über das „Qualitätsverfahren der DGSv“ [4].


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Beispiel für weitere Fachverbände

Durch die Systemische Gesellschaft (SG) wurde ein Flyer herausgegeben, der Orientierungsmaße für „gute Beratung“ gibt [5]. Die 3 Säulen – professionelle Beratung, ethische Grundsätze und fachliche Standards – gelten hier als Basis für die Qualität einer „guten“ Supervision. Im Allgemeinen stehen für die Systemische Gesellschaft die fachlichen Standards neben einem Beschwerdemanagement als Qualitätssicherung.


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Verbände auf europäischer Ebene

EASC Innerhalb der European Association für Supervision and Coaching e.V. (EASC) findet ein Qualitätssicherungsverfahren durch ein Komitee (Comittee of Quality and Standards, CQS) statt. Alle wichtigen Kriterien wurden in ein Handbuch aufgenommen, das über die Geschäftsstelle angefordert werden kann (für Nichtmitglieder kostenpflichtig)[6]. Darin wird z. B. klar definiert, mit welcher Erfahrung (in exakter Mindeststundenangabe) ein Status als Coach oder Lehrsupervisor innerhalb der EASC eingenommen werden kann. Neben der erworbenen Erfahrung ist auch hier eine zertifizierte Ausbildung und die Teilnahme an evaluativen Prozessen Teil der Qualitätsstandards.

ANSE Die Association of National Organization for Supervision in Europe (ANSE) stellt in ihren Standards dagegen eher Anforderungen an eine Mitgliedschaft für Organisationen auf [7]. So sind neben dem Verständnis von Supervision als Methode professioneller Selbstreflexion die weiteren Standards hier auf die institutionellen Anforderungen ausgerichtet, wie die Vernetzung der Mitglieder untereinander oder die Integration von Ausbildungsprogrammen. Die expliziten Qualitätsstandards, Qualitätssicherung sowie der Zertifizierung von Aus- und Fortbildungen zum Supervisor bzw. zur Supervisorin wird den Mitgliederinstitutionen überlassen.


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Tabelle Nr. 1