Zusammenfassung
Kardiovaskuläre Erkrankungen und Tumorerkrankungen stellen nach wie vor weltweit die
führenden Ursachen für Morbidität und Mortalität dar [1]. Durch die niedrig dosierte Gabe von ASS bei Patienten mit okklusiven kardiovaskulären
Erkrankungen wie Koronare Herzerkrankung (KHK), periphere arterielle Verschlusskrankheit
(pAVK) oder Schlaganfall, können ca. 20 % der thrombotischen vaskulären Komplikationen
verhindert werden [2]. Insbesondere in der kardiovaskulären Sekundärprävention zeigt sich ein günstiges
Nutzen-Risikoprofil einer ASS-Dauermedikation. Inwiefern ASS auch in der Primärprävention
kardiovaskulärer Erkrankungen indiziert ist, wird derzeit noch kontrovers diskutiert.
Ziel dieser Arbeit ist es, eine aktuelle Übersicht über die Evidenz einer niedrig
dosierten ASS-Therapie in der Primär- und Sekundärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen
zu geben und darüber hinaus den möglichen zusätzlichen Nutzen einer ASS-Therapie in
der Prävention von Tumoren zu diskutieren
Abstract
Cardiovascular disease and cancer are the leading causes of morbidity and mortality
worldwide. Low-dose ASA has been shown to effectively prevent about one fifth of atherothrombotic
vascular complications in patients with previous myocardial infarction, peripheral
arterial occlusive disease (PAOD), or stroke [2]. In secondary prevention, the benefits of antiplatelet therapy substantially exceed
its risk [2]. By contrast, recommendations for the use of ASA in primary prevention are still
a matter of controversy. The aim of this article is to review the current evidence
for the efficacy of low-dose ASA in primary and secondary prevention of cardiovascular
diseases as well as to discuss its potential additional chemopreventive action.
Schlüsselwörter
kardiovaskuläre Prävention - Chemoprävention - ASS - Aspirin
Keywords
cardiovascular prevention - chemoprevention - ASS - aspirin