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DOI: 10.1055/s-0041-1733405
V-170 Einfluss der Covid 19 Pandemie auf die Anzahl der Operationen in den einzelnen chirurgischen Fächern eines Schwerpunktversorgers – ein Vergleich der Jahre 2019, 2020 und 2021
Authors
Hintergrund
Als die Zahl der mit SARS-CoV-2 infizierten Patienten erstmals im Februar/März 2020 auch in Deutschland deutlich anstieg, erfolgte durch das Bundesgesundheitsministerium die Aufforderung an die Kliniken planbare Aufnahmen und Operationen zu verschieben, um damit Behandlungs- und Intensivkapazitäten für an Covid 19 erkrankte und intensivpflichtige Patienten vorzuhalten. Ähnliche Maßnahmen wurden bei steigenden Erkrankungszahlen auch in anderen Ländern umgesetzt. Um den Einfluss der Covid 19 Pandemie auf die Zahl der Operationen in den unterschiedlichen operativen Fächern eines Schwerpunktkrankenhauses beurteilen zu können, haben wir retrospektiv die Anzahl der Operationen in den Jahren 2019, 2020 und 2021 unter Berücksichtigung der behandelten Covid 19 Fälle miteinander verglichen.
Material und Methode
Es werden retrospektiv die monatliche Gesamtanzahl der Operationen sowie die Intensivbettenbelegung der einzelnen Fachabteilungen (Allgemein- und Visceralchirurgie, Gefäßchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thoraxchirurgie, HNO und Urologie) der Jahre 2019, 2020 und 2021 (Daten werden bis 08/21 aktualisiert) miteinander verglichen und in Bezug zu den Phasen der Pandemie gesetzt. Zusätzlich wird die Zahl der 2020 und 2021 stationär behandelten Covid 19 Patienten dargestellt.
Ergebnis
2020 wurden insbesondere im Zeitraum Februar bis Mai je nach Fachabteilung 4% bis 24% weniger Operationen als 2019 durchgeführt. Ab Juni 2020 war die Zahl der Operationen dann wieder vergleichbar mit 2019, wobei dieser Trend auch bei ansteigenden Infektions-/ Erkrankungszahlen Ende 2020 (2. Welle) anhielt. Die Zahl der stationär aufgenommenen Covid 19 Verdachtsfälle stieg kontinuierlich von Feb.-Dez 2020 an, während die behandelten Covid 19 positiven Erkrankungs-/Intensivfälle 2020 zweigipflig (1. Welle/2. Welle) verliefen.
Schlussfolgerung
Die Covid 19 Pandemie hat 2020 im Vergleich zu 2019 in unserer Klinik zu einer Reduktion der Operationszahlen, insbesondere in der ersten Phase der Pandemie (1. Welle) um bis zu 24% geführt, wobei die einzelnen operativen Fachabteilungen unterschiedlich stark betroffen waren. Mit zunehmender Erfahrung im Umgang mit der Pandemie, Umsetzen von Maßnahmen wie z.B. hausinternes contact tracing, Besucherstopp etc. konnten die Operationskapazitäten und –zahlen im Verlauf wieder gesteigert werden.
Publication History
Article published online:
06 September 2021
© 2021. Thieme. All rights reserved.
Georg Thieme Verlag
Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart,
Germany
